Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
Aktueller Himmel von AstroViewer®

Aktuelle Himmelsereignisse

Mond bei Jupiter (20.7.)

Mond bei Saturn (25.7.)

Vollmond, totale Mondfinsternis (27.7.)

Mars in Opposition (27.7.)

Der Sternenhimmel im dritten Quartal 2018

Den 27. Juli sollte man sich schon mal im Kalender vormerken. An diesem Tag wird es eine totale Mondfinsternis geben und Mars steht in Opposition.

Verfinsterter Mond und strahlender Mars

Die totale Mondfinsternis, bei der sich der Mond durch den Schatten der Erde bewegt, ist in ganz Deutschland zu einem großen Teil zu beobachten. Sie beginnt um 19:13 Uhr mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde. Dies ist mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmbar. Interessant wird es ab 20:24 Uhr, wenn der Mond in den Kernschatten eintritt. Dies ist mit dem bloßen Auge sofort zu erkennen. Am linken (östlichen) Mondrand wird es dann dunkler. Um 21:30 Uhr befindet sich der Mond dann komplett im Erdschatten. Da der Mond fast zentral durch den Erdschatten läuft, dauert die Totalität relativ lange. Sie endet um 23:14 Uhr. Es vergeht dann noch mehr als eine Stunde bis der Mond am 28. Juli um 00:19 Uhr den Kernschatten wieder komplett verlassen hat. Um 1:30 Uhr ist er dann auch wieder vollständig aus dem Halbschatten ausgetreten und die Finsternis damit beendet.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es. Mondaufgang in Göttingen ist am 27. Juli erst um 21:08 Uhr. Damit geht der Mond schon teilverfinstert auf. Eine freie Sicht zum Südost-Horizont ist deshalb wichtig. Dafür besteht aber die Möglichkeit zu außergewöhnlich interessanten Fotos zu kommen. Die Kamera auf ein Stativ gestellt, kann so ein Vordergrundobjekt, wie z. B. eine Burgruine oder ein alleinstehender Baum, zusammen mit dem teilverfinsterten Mond aufgenommen werden. Man sollte mit unterschiedlichen Belichtungszeiten und Blenden arbeiten, um so verschiedene Aspekte der Szenerie aufzunehmen. Zu beachten ist noch, dass die Sonne zu Mondaufgang noch nicht untergegangen ist. Sie sinkt in Göttingen erst um 21:16 Uhr unter den Horizont.

Mars in Opposition

Ebenfalls am 27. Juli kommt Mars in Opposition zur Sonne. Dann stehen Sonne, Erde und Mars in einer Linie und der rote Planet ist die gesamte Nacht hindurch zu beobachten. Da Mars am 16. September das Perihel, den sonnennächsten Punkt, seiner Bahn um die Sonne durchläuft, steht er während der diesjährigen Oppositionszeit der Erde besonders nahe. Damit können auch in kleineren Teleskopen schon Einzelheiten wie dunkle und helle Gebiete oder eine Polkappe auf der Planetenoberfläche beobachtet werden.

Doch auch ohne Teleskop ist Mars ein auffälliges Objekt am Nachthimmel. Am Oppositionstag ist der Planet in diesem Jahr sogar heller als der Planet Jupiter an seinem Oppositionstag Anfang Mai. Jetzt, Ende Juli, ist der Helligkeitsunterschied noch deutlicher. Nach Venus ist Mars das hellste Objekt am mondlosen Nachthimmel.

Geht Mars am 1. Juli noch um 23:28 Uhr auf, so erscheint er am Oppositionstag schon um 21:44 Uhr über dem Südost-Horizont. Er geht am 28. um 5:16 Uhr wieder unter. In den folgenden beiden Monaten geht Mars noch vor Sonnenuntergang auf. Seine Untergangszeiten verschieben sich auf 1:26 Uhr am letzten Septembertag.

Die anderen Planeten

Merkur hat Ende August/ Anfang September eine Morgensichtbarkeit. Ab dem 26. August kann der sonnennächste Planet ab kurz nach 5 Uhr für etwa 40 Minuten beobachtet werden bevor es zu hell wird. Bis etwa zum 5. September kann Merkur dann täglich aufgesucht werden. Dabei verschiebt sich der Beobachtungsbeginn auf etwa 5:30 Uhr am letzten Tag. Um den horizontnah stehenden Planeten auffinden zu können, sind ein Fernglas und freie Sicht zum Nordost-Horizont nötig.

Venus präsentiert sich nach wie vor als Abendstern, doch ist ihre beste Zeit vorbei. Langsam nimmt ihre Helligkeit ab und auch die abendliche Sichtbarkeitsdauer reduziert sich. Geht Venus am 1. Juli noch um 23:41 Uhr unter, geschieht dies am 31. schon um 22:35 Uhr. Am letzten Augusttag verschwindet sie schon um 21:07 Uhr unter den Horizont. Im letzten Monatsdrittel des Septembers geht der Planet schon kurz nach Sonnenuntergang unter und bleibt ab da für das bloße Auge unsichtbar.

Jupiter und Saturn standen in den beiden letzten Monaten in Opposition und sind Anfang Juli beide noch gut am Abendhimmel zu beobachten. Allerdings verfrühen sich Jupiters Untergänge bis Ende Juli auf 00:18 Uhr. Saturn kann an diesem Tag noch bis 3:07 Uhr beobachtet werden. In den folgenden beiden Monaten ziehen sich beide Planeten aus der zweiten Nachthälfte zurück. Ende September geht Jupiter dann schon während der nautischen Dämmerung um 20:37 Uhr unter. Seine Zeit, ihn zu beobachten, ist damit fast abgelaufen. Bei Saturn sieht es noch etwas besser aus. Er geht am 30. September erst um 22:59 Uhr unter und kann so noch ein paar Stunden lang beobachtet werden.

Der Sternenhimmel

Jetzt im Sommer ist am späten Abend die Milchstraße am Südhimmel besonders gut zu sehen. Steil erhebt sie sich vom Horizont hoch hinaus über die Köpfe der Beobachterinnen und Beobachter hinweg, um wieder zum Nordost-Horizont hinab zu sinken. Der hellste, für uns in Deutschland sichtbare Teil der Milchstraße ist derjenige, der knapp über dem Südhorizont steht. Dort schaut man ins Zentrum unserer Galaxie. Es befindet sich von der Erde aus gesehen im Sternbild Schütze. Dort steht im Moment auch Saturn. Folgt man der Milchstraße Richtung Zenit, dem Punkt direkt über uns, schließen sich die Sternbilder Adler, Leier und Schwan dem Schützen an. Ihre jeweils hellsten Sterne bilden zusammen ein großes Dreieck, dessen Spitze zum Südhorizont weist. Es wird als Sommerdreieck bezeichnet.

Richtung Nordost stehen die Sternbilder Kassiopeia und Perseus horizontnah im Bereich der Milchstraße. Sie sind Sternbilder, die im Herbst abends gut zu beobachten sind. Beim Blick gen Westen fällt ein einzelner, rötlich leuchtender Stern auf. Das ist Arktur im Sternbild Bootes. Noch weiter in nordwestlicher Richtung ist der Große Wagen als Teil des Sternbildes der Großen Bärin zu sehen. Im Osten gehen mit Pegasus und Andromeda die ersten Herbststernbilder auf. Pegasus fällt durch sein großes Sternenviereck auf, an das sich eine Sternenkette oben links anschließt. Das Sternbild Andromeda.

Wartet man zwischen dem 9. und dem 13. August bis nach Mitternacht, können besonders viele Sternschnuppen beobachtet werden. Egal wo am Nachthimmel Sternschnuppen erscheinen, verlängert man ihre Bahnen rückwärts, scheinen alle aus dem Sternbild Perseus zu kommen. Deshalb wird der Sternschnuppenstrom im August auch Perseiden genannt.

Beste Beobachtungszeit ist kurz vor der Morgendämmerung. Die meisten Sternschnuppen werden in der Nacht vom 12. auf den 13. August zu sehen sein. Da in diesem Jahr am 11. August Neumond ist, stört sein Licht die Beobachtungen nicht. Abseits der lichtverschmutzen Städte können dann bis zu 50 Sternschnuppen pro Stunde gesehen werden.

Vollmond ist am 27.07., am 26.08. und am 25.09. Die zum Beobachten besser geeigneten Neumondnächte finden am 13.07., am 11.08. und am 09.09. statt.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!