Sternenhimmel über Göttingen

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Der Sternenhimmel im vierten Quartal 2018

Nach dem „stressigen“ Sommer mit Mondfinsternis und hell strahlendem Mars klingt das Jahr nun eher gemächlich aus. Venus, Jupiter und Saturn nehmen Abschied vom Abendhimmel und auch Mars strahlt nicht mehr ganz so hell.

Merkur am Morgenhimmel

In der ersten Dezemberhälfte gibt es eine Morgensichtbarkeit des Planeten Merkur. Ab dem 8. Dezember kann der sonnennächste Planet ab etwa 6:45 Uhr tief über dem Südost-Horizont aufgesucht werden. Eine freie Sicht zum Horizont ist dazu nötig. Ein Fernglas erleichtert zudem die Suche. Bis kurz nach 7 Uhr kann Merkur dann beobachtet werden. Danach verschwindet er in der heller werdenden Morgendämmerung.

In den folgenden Tagen kann der Planet immer leichter aufgefunden werden, da er immer heller scheint. Ab dem 18. wird es dann wieder schwieriger, den Planeten zu beobachten. Sein Aufgang verspätet sich nun immer mehr und dann ist die Morgendämmerung schon weiter vorangeschritten und der Himmel heller. Zu sehen ist Merkur nun erst ab kurz vor 7 Uhr. Bis Weihnachten besteht bei sich weiter verschlechternden Bedingungen noch die Möglichkeit Merkur zu beobachten.

Abschied von Venus, Jupiter und Saturn

Zu Beginn des Quartals wandert Venus zusammen mit der Sonne über den Taghimmel. Ab Anfang November ist sie dann als Morgenstern im Südosten zu sehen. Am 5. des Monats kann Venus ab etwa 6:20 Uhr tief über dem Südost-Horizont aufgesucht werden. In den folgenden Wochen geht der Planet immer früher auf. Ende Dezember erscheint Venus schon 20 Minuten nach 4 Uhr über dem Horizont. Auch ihre Helligkeit nimmt währenddessen zu. Sie ist dann sehr leicht am Morgenhimmel zu finden.

Jupiter wird Ende Oktober unbeobachtbar. Der Riesenplanet geht dann noch in der Abenddämmerung unter. Nach dem 20. wird man Jupiter nicht mehr ohne größere Hilfsmittel beobachten können. In den kommenden Wochen wandert er zusammen mit der Sonne über den Taghimmel. Ab Weihnachten ist Jupiter dann ebenfalls am Morgenhimmel zu beobachten. Ab etwa 7 Uhr kann er tief über dem Südost-Horizont für etwa eine halbe Stunde aufgesucht werden. Danach verblasst er in der Morgendämmerung.

Saturn kann noch bis Anfang Dezember am Abendhimmel beobachtet werden. Allerdings wird es zunehmend schwieriger, den Ringplaneten in den horizontnahen Dunstschichten aufzusuchen. Während Saturn am 1. Oktober noch um 22:56 Uhr MESZ (=21:56 Uhr MEZ) untergeht, sinkt er am 31. des Monats schon um 20:06 Uhr unter den Horizont. Am letzten Novembertag verschwindet Saturn dann schon um 18:21 Uhr unter die südwestliche Horizontlinie.

Mars am Abendhimmel

Die beste Beobachtungszeit für Mars ist vorbei. Seine große Helligkeit vom Sommer geht nun mehr und mehr zurück. Da sich der Abstand zwischen Erde und Mars gegenüber dem Sommer nun schon mehr als verdoppelt hat, erscheint auch das Planetenscheibchen im Teleskop immer kleiner und erschwert das Beobachten von Oberflächendetails. Trotzdem bleibt er hellster Planet der Nacht, da Venus und Jupiter schon in der Abenddämmerung untergehen bzw. schon untergegangen sind. Die Untergänge von Mars verfrühen sich im Laufe des Quartals nur wenig, von 1:24 Uhr MESZ (= 0:24 Uhr MEZ) am 1. Oktober auf 23:41 Uhr zu Silvester.

Geminiden-Sternschnuppen im Dezember

Neben den Perseiden im August sind die Geminiden der zweite große Meteorstrom im Jahr. Da sie aber im Dezember aktiv sind und dann das Wetter deutlich schlechter - sprich kälter - ist, sind sie nicht so bekannt. Dabei brauchen sie sich nicht hinter den Perseiden zu verstecken. Im Maximum, welches in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember erwartet wird, können stündlich bis zu etwa 100 Sternschnuppen gezählt werden. Beste Beobachtungszeit sind die Stunden vor Beginn der Morgendämmerung. Doch auch abends sind schon deutlich mehr Sternschnuppen als sonst zu sehen.

Die Sternschnuppen der Geminiden scheinen alle aus Richtung des Sternbildes Zwillinge (lateinisch: Gemini) zu kommen. Das ist allerdings nur ein perspektivischer Effekt, genauso wie bei einer Autofahrt bei Schneefall alle Schneeflocken von einem Punkt direkt vor dem Auto zu kommen scheinen. Zu sehen sind die Geminiden aber am gesamten Himmel.

Der Sternenhimmel

Jetzt am Herbsthimmel dominiert am Abend hoch über dem Südhorizont das Sternenviereck des Sternbildes Pegasus. Genaugenommen gehört aber die obere, linke Ecke schon zum Sternbild Andromeda, welches sich in der anschließenden Kette von Sternen fortsetzt. Diese Kette zeigt auf eine Sternenanordnung, die etwa dem Buchstaben „C“ entspricht. Es ist dies das Sternbild Perseus. Oberhalb der Andromeda steht das Sternbild Kassiopeia, welches manchmal „Himmels-W“ genannte wird. Seine hellsten Sterne bilden nämlich grob den Buchstaben „W“.

Östlich (links) von Perseus ist ein Fünfeck von hellen Sternen zu erkennen. Dabei handelt es sich um das Sternbild Fuhrmann. Der hellste Stern wird Kapella genannt. Doch auch hier ist es so, dass nicht alle fünf Sterne zum Fuhrmann gehören. Der südlichste (unterste) Stern symbolisiert ein Horn im Sternbild Stier. Dieses Sternbild liegt direkt unterhalb von Fuhrmann und Perseus. Auffällig ist in ihm der rötlich leuchtende Stern Aldebaran.

Zurück zum Sternenviereck des Pegasus, welches auch „Herbstviereck“ genannt wird. In Richtung Horizont stehen unterhalb des Vierecks die schwach leuchtenden Sterne der Sternbilder Fische und Wassermann. Tief im Südwesten findet man Mars im Sternbild Steinbock.

Im Westen gehen nun die Sommersternbilder nach und nach unter. Atair im Sternbild Adler steht schon tief über dem Westhorizont. Noch höher stehend sind Deneb im Sternbild Schwan und Wega im Sternbild Leier zu beobachten. Im Osten sind neben Fuhrmann und Stier mit dem Sternbild Orion und den Zwillingen schon einige Wintersternbilder aufgegangen. Das Sternbild der Großen Bärin mit dem Großen Wagen steht nun abends tief über dem Nordhorizont.

Vollmond ist am 24.10., am 23.11. und am 22.12. Die zum Beobachten besser geeigneten Neumondnächte finden am 09.10., am 07.11. und am 07.12. statt.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!