Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
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Aktuelle Himmelsereignisse

Neumond (26.2.)

Mars bei Uranus (26.2.)

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Der Sternenhimmel im ersten Quartal 2017

von Jürgen Krieg (Förderkreis Planetarium Göttingen e.V.)

Venus jagt Mars...

... erfolglos. Im ersten Quartal 2017 kann verfolgt werden, wie Venus sich Mars zuerst schnell nähert, dann abbremst und sich wieder von ihm entfernt. Dieser Ablauf hat seine Ursache in der Projektion der Bahnen der beiden Planeten auf den Himmelshintergrund. Venus und Mars bewegen sich bei ihren Umläufen um die Sonne in einem 3-dimensionalen Raum. Von der Erde aus gesehen schrumpfen diese 3 Dimensionen aber auf 2, weshalb ihre Bahnen am Himmel zeitweise etwas chaotisch erscheinen.

Im Januar wird sich Venus Mars immer mehr annähern. Der geringste Abstand von etwa fünf Grad (etwa 10 Vollmonddurchmesser) wird Anfang Februar erreicht. Danach vergrößert sich der Abstand wieder, da Venus mehr und mehr zurückbleibt.

Während Venus im Januar und Februar noch als heller Abendstern leicht aufzufinden ist, wird dies im März zunehmend schwieriger. Ihr Untergang wird zwar über den Januar hinweg um fast eine Stunde später erfolgen (01.01. um 20:36 Uhr, 31.01. um 21:31 Uhr) und sich im Februar nur wenig ändern (28.02. um 21:19 Uhr), doch im März rasant verfrühen (10.03. um 20:40 Uhr, 20.03. um 19:38 Uhr). Nach dem 20. März wird sie am Abendhimmel nicht mehr zu beobachten sein.

In den folgenden Tagen wandert sie zusammen mit der Sonne über den Taghimmel. Mit etwas Glück kann Venus ab dem 26. dann als Morgenstern ab etwa halb sechs Uhr morgens in der Dämmerung tief über dem Osthorizont aufgefunden werden.

Mars bleibt das gesamte Quartal über zu sehen. Tief im Westen kann der rote Planet in der auslaufenden Abenddämmerung beobachtet werden. Allerdings verringert sich seine Helligkeit. Trotzdem ist er weiterhin leicht aufzufinden, da er durch die Sternbilder Wassermann und Fische wandert, die nur aus schwach leuchtenden Sternen bestehen. Seine Untergangszeiten ändern sich kaum von 21:44 Uhr an Neujahr auf 22:03 Uhr (23:03 MESZ) am 31. März. Da die Sonne aber immer später untergeht, verkürzt sich seine Sichtbarkeitsdauer dennoch um mehr als eine Stunde.

Merkur - mal morgens, mal abends

Ebenso wie Venus ist auch Merkur in diesem Quartal mal am Morgenhimmel und mal am Abendhimmel zu sehen. Gleich im Januar kann der sonnennächste Planet am Morgenhimmel aufgesucht werden. Zwischen dem 10. und dem 23. Januar steht der Planet knapp über dem Südost-Horizont. Beste Beobachtungszeit ist zwischen 7 Uhr und 7:30 Uhr. Zum Aufsuchen sollte ein Fernglas verwendet werden.

Weitaus besser zu sehen sein wird Merkur Ende März und Anfang April. Ab dem 22. März ist der Planet dann abends tief über dem Westhorizont zu beobachten. Ein letztes Mal sehen wird man ihn am 6. April. Zu Beginn dieser Beobachtungsperiode kann Merkur zwischen 19 Uhr und 19:45 Uhr aufgesucht werden. Im April verschiebt sich der Zeitraum nach hinten auf 20:40 Uhr bis etwa 21:20 Uhr (Sommerzeit!). Auch hier gilt: Einen freier Blick zum Horizont haben und zum Aufsuchen ein Fernglas verwenden.

Jupiter und Saturn

Auch hier gilt: mal Abendhimmel, mal Morgenhimmel. Jupiter wird im Laufe des Quartals immer mehr zu einem Planeten des Abendhimmels. Während er zu Jahresanfang erst gegen halb zwei Uhr nachts aufgeht, überschreitet er zu Quartalsende den Osthorizont schon um 20:21 Uhr Sommerzeit. Seine Helligkeit nimmt während dieser Zeit leicht zu. Nach dem Untergang von Venus ist Jupiter das mit Abstand hellste Objekt am Nachthimmel - sofern der Mond nicht scheint.

Saturn kann ab Mitte Januar am Morgenhimmel aufgesucht werden. Am 15. geht der Ringplanet um 6 Uhr auf. Mit dem Beobachten sollte allerdings noch etwas gewartet werden. Nach etwa 20 bis 30 Minuten hat sich Saturn dann soweit über den Horizont erhoben, dass er aus den dichtesten Dunstschichten heraus ist. Zu Monatsende kann der Planet schon etwa eine Stunde früher beobachtet werden. Ende März geht Saturn schon um halb zwei Uhr auf. Seine Helligkeit nimmt währenddessen zu.

Der Sternenhimmel

Wer immer schon einmal einen Blick auf den Sternenhimmel werfen wollte, sollte es in diesen ersten Monaten des Jahres tun. Selten ist der Nachthimmel so mit hellen Sternen übersät wie im Spätwinter - und das nicht erst spät in der Nacht sondern schon am Abend.

Besonders im Süden und Südwesten sind die vielen hellen Sterne zu sehen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Sterne, die zum Sternbild Orion gehören. Vier helle Sterne bilden grob ein Viereck. In dessen Mitte steht eine Dreierkette heller Sterne. Rechts oberhalb des Orion fällt ein rötlich leuchtender Stern in einer Gruppe schwächer leuchtender Sterne auf. Das sind Aldebaran und die Hyaden, ein offener Sternhaufen. Sie bilden den Kopf des Sternbildes Stier. Zum Stier gehört auch der offene Sternhaufen der Plejaden, der sich noch etwas weiter rechts oberhalb von Aldebaran befindet.

Direkt oberhalb von Orion steht ein Fünfeck aus hellen Sternen, der Fuhrmann. Sein hellster Stern Kapella leuchtet weiß-gelblich. Die unterste Ecke des Fünfecks gehört allerdings zum Stier und ist eines seiner Hörner.

Links oberhalb des Orion stehen dann die Zwillinge. Zwei Ketten von mittelhellen Sternen mit jeweils einem hellen Stern am Ende stellen das Sternbild dar. Die beiden hellen Sterne sind Kastor und Pollux.

Unterhalb der Zwillinge steht einsam ein heller Stern. Es ist Prokyon im Sternbild Kleiner Hund. Noch weiter in Richtung Horizont steht Sirius. Er ist der hellste Stern am gesamten Himmel und gehört zum Sternbild Großer Hund.

Sirius, die rechte untere Ecke des Orion, Rigel genannt, Aldebaran, Kapella, Kastor und Prokyon bilden das sogenannte Wintersechseck. Mitten hindurch ist die Milchstraße zu sehen, wenn auch schwächer als am sommerlichen Nachthimmel.

Richtung Nordwest schließen sich an den Fuhrmann die Sternbilder Perseus und Kassiopeia an, die letzten Herbststernbilder. Richtung Osten sind mit Krebs und Löwe schon die ersten Frühlingssternbilder aufgegangen. Auch der nördliche Teil der Wasserschlange kann schon gut beobachtet werden.

Für Nachtbeobachtungen bieten sich die Nächte um Neumond an. Dieser ist am 28.01., am 26.02., und am 28.03. Die Vollmondnächte sind am 12.01., am 11.02. und am 12.03.

Zum Vollmond am 11.02. findet eine Halbschattenfinsternis statt. Dabei wandert der Mond durch den Halbschatten der Erde. Während der Mond beim Durchwandern des Kernschattens richtig dunkel wird, ist bei einer Halbschattenfinsternis nur eine sehr geringe Abnahme der Helligkeit feststellbar. Am ehesten bemerkbar macht sich die Helligkeitsabnahme zur Mitte der Finsternis um 1:44 Uhr im Nordbereich des Mondes. Die Finsternis beginnt am 10.02. um 23:32 Uhr. Sie endet am 11.02. um 3:55 Uhr. Sowohl der Beginn wie auch das Ende sind ohne technische Hilfsmittel nicht zu beobachten.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!