Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
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Der Sternenhimmel im vierten Quartal 2019

Hauptakteure im letzten Quartal 2019 sind Merkur mit einem Transit und die Geminiden, die uns jede Menge Sternschnuppen bescheren.

Merkur - vor der Sonne und am Morgenhimmel

Am Nachmittag des 11. November wandert der sonnennächste Planet als kleiner, runder Schatten vor der Sonne entlang. Man nennt dies einen Merkurtransit. Der erste Kontakt, bei dem das Merkurscheibchen den Sonnenrand berühert, findet um 13:35 Uhr bei einem Positionswinkel von 110 Grad statt. Der Positionswinkel wird dabei von Nord (0 Grad) über Ost (90 Grad), Süd (180 Grad) und West (270 Grad) wieder nach Nord (360 = 0 Grad) gezählt. Ein Winkel von 110 Grad bedeutet also, dass das Merkurscheibchen etwas unterhalb des östlichen Sonnenrandes erscheinen wird. Stellt man sich die Sonne mit dem Ziffernblatt einer Uhr versehen vor, dann wird der Planet bei etwa „8 Uhr“ zuerst zu sehen sein.

Zwei Minuten später ist das gesamte Merkurscheibchen vor der Sonne zu sehen. Kurz vor Sonnenuntergang in Göttingen um 16:37 Uhr erreicht das Merkurscheibchen seinen geringsten Abstand zum Sonnenscheiben-Mittelpunkt um 16:20 Uhr. Das Ende das Transits ist von Deutschland aus nicht zu beobachten. Es findet erst um kurz nach 19 Uhr statt.

Im Gegensatz zu einem Venustransit ist ein Transit von Merkur mit dem bloßen Auge nicht zu beobachten. Dafür ist das Scheibchen zu klein. Erst im Fernglas oder Teleskop kann das Ereignis verfolgt werden. Dafür muss aber unbedingt ein Sonnenschutzfilter VOR beiden Öffnungen des Fernglases bzw. der Öffnung des Teleskops angebracht werden! Beim Blick durch das Fernglas/Teleskop reichen eine Sonnenbrille oder eine Sonnenfinsternisbrille NICHT aus! Augenschäden sind ohne ausreichenden Schutz garantiert!

Etwa zwei Wochen nach dem Transit ist Merkur am Morgenhimmel zu beobachten. Ab dem 22. November kann der Planet gegen 6:30 Uhr tief über dem Südost-Horizont aufgesucht werden. Er ist dann für etwa eine halbe Stunde zu sehen, bevor es zu hell wird. Bis zum 7. Dezember kann man Merkur dann täglich beobachten. Dabei verschieben sich seine Beobachtungszeiten von Tag zu Tag etwas nach hinten. Am 7. Dezember ist er von etwa 6:45 Uhr bis 7:15 Uhr zu sehen. Eine freie Sicht zum Horizont ist unbedingt erforderlich. Ein Fernglas erleichtert das Auffinden von Merkur.

Venus am Abendhimmel

Ab Anfang November kann Venus am Abendhimmel beobachtet werden. Zeigt sie sich zuerst nur kurz in der Abenddämmerung knapp über dem Südwest-Horizont, baut sie ihre Sichtbarkeit bis Jahresende etwas aus. Am 1. November geht Venus schon um 17:46 Uhr unter, am 30. um 18 Uhr und an Silvester um 19:20 Uhr.

Bis zum Jahresende zieht Venus an Jupiter und an Saturn vorbei. Am 24. November erreicht sie den Riesenplaneten und am 11. Dezember den Ringplaneten. Alle drei Planeten bilden im November und Dezember ein beeindruckendes Trio am Abendhimmel tief über dem Südwest-Horizont.

Mars am Morgenhimmel

Ebenfalls ab Anfang November taucht Mars auf, allerdings am Morgenhimmel. Am Monatsersten geht der rote Planet um 5:14 Uhr auf. Bis Jahresende ändert sich daran nicht viel. An Silvester überquert er den Horizont um 5 Uhr. Allerdings ist der Planet im Moment noch recht unscheinbar und nicht besonders hell. Erst im Herbst 2020 wird er wieder ein auffälliges Objekt am Nachthimmel sein. Dann steht er wieder in Erdnähe.

Jupiter und Saturn

Beide Planeten sind nur noch in der ersten Nachthälfte zu beobachten. Jupiter ist nun kein spektakuläres Objekt mehr, wie das im Sommer der Fall war. Er geht am 1. Oktober um 21:53 Uhr MESZ unter, am Monatsletzten schon um 19:14 Uhr. Ende November erfolgt sein Untergang schon um 17:42 Uhr. Im Dezember kann er nicht mehr beobachtet werden, da er mit der Sonne über den Taghimmel läuft.

Bei Saturn, dem Ringplaneten, sieht es nicht viel besser aus. Zu Quartalsbeginn geht der Planet um 23:46 Uhr MESZ unter. Doch schon am letzten Oktobertag hat sich sein Untergang auf 20:54 Uhr verfrüht. Am 20. Dezember quert er den Horizont um 18 Uhr. Den Rest des Jahres bleibt er unbeobachtbar.

Geminiden

Zwischen dem 7. und dem 17. Dezember sind wieder viele Sternschnuppen zu beobachten. Da sie alle aus dem Sternbild Zwillinge (lat. Gemini) zu kommen scheinen, wird der Sternschnuppenstrom Geminiden genannt. Sein Maximum erreicht er in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember. Dann sind bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen. Dabei ist zu beachten, dass morgens (14.12.) mehr Sternschnuppen zu sehen sind als am Abend zuvor. Dies hat damit zu tun, dass wir morgens in „Fahrtrichtung“ der Erde schauen. Abends dagegen müssen uns die Staubteilchen hinterherfliegen, um uns als Sternschnuppen zu verzaubern. Es ist wie beim Autofahren bei Schneefall. Während die Windschutzscheibe voll von Schneeflocken ist, ist auf der hinteren Scheibe kaum eine Schneeflocke zu sehen.

Die beste Beobachtungszeit ist also kurz vor Beginn der Morgendämmerung. Das ist in diesem Jahr an einem Samstag. Allerdings gibt es ein Problem mit dem Mond. Am 12. Dezember war Vollmond und so steht während der Maximumsnacht der noch fast voll beleuchtete Mond die gesamte Nacht über am Himmel. Dadurch sind schwach leuchtende Sternschnuppen nur schwer oder gar nicht zu beobachten. Trotzdem kann beobachtet werden. Jedoch sollte man darauf achten, sich einen Teil des Himmels auszusuchen, wo der Mond gerade nicht steht.

Der Sternenhimmel

Am Abend ist hoch am Südhimmel ein großes Sternenviereck zu sehen. Es gehört zum Sternbild Pegasus und ist recht auffällig. Daran schließt sich links oben eine Kette von etwa gleich hellen Sternen an. Sie gehören, zusammen mit der linken, oberen Ecke des Vierecks, zum Sternbild Andromeda. Etwas oberhalb der Kette kann mit bloßem Auge in einer sehr klaren Nacht abseits der hellen Städte und Ortschaften ein diffuses Scheibchen gesehen werden. Es handelt sich dabei um die Andromeda-Galaxie. Sie ist das am weitesten entfernte Objekt am gesamten Himmel, welches mit dem bloßen Auge beobachtet werden kann.

Folgt man der Kette weiter nach Nordosten folgt als nächstes Sternbild der Perseus. Seine hellsten Sterne bilden ganz grob den Buchstaben „C“ nach. Unterhalb der Andromeda befindet sich das kleine Sternbild Dreieck. In ihm steht der Dreiecksnebel. Auch bei ihm handelt es sich um eine weit entfernte Galaxie. Sie ist schon mit einem Fernglas zu beobachten.

Unterhalb des Pegasus wird es „nass“. Dort finden sich die Sternbilder Fische, Walfisch, Wassermann und Südlicher Fisch. Alle diese Sternbilder setzen sich nur aus lichtschwachen Sternen zusammen. Um sie zu sehen, muss man die wenigen dunklen Orte im Land aufsuchen.

Währen im Westen die Sommersternbilder untergehen, steigen im Osten die Wintersternbilder empor. Schon jetzt zu sehen sind der Fuhrmann mit der hellen Kapella, der Stier mit dem rötlich leuchtenden Aldebaran und die Zwillinge mit den fast gleich hellen Sternen Kastor und Pollux. Auch Orion hat gerade den Horizont überquert. Allerdings muss er sich erst aus den horizontnahen Dunstschichten herausarbeiten, um seine ganze Schönheit zu zeigen.

Am 28.10., am 26.11. und am 26.12. ist Neumond, ideale Nächte um zum Beispiel Weihnachten zu beobachten. Die hellen Vollmondnächte finden am 13.10., am 12.11. und am 12.12. statt.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!