Partielle Mondfinsternis am 16./17. Juli 2019
Verlauf der partiellen Mondfinsternis über Göttingen am 16./17. Juli 2019. Bild: IAG/K. Reinsch mit stellarium.org.

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Der Sternenhimmel im dritten Quartal 2019

In diesem Quartal findet eine partielle Mondfinsternis statt. Außerdem ist Merkur am Morgenhimmel zu beobachten und Saturn erreicht seine Oppositionsstellung.

Partielle Mondfinsternis am 16./17. Juli

In der Nacht vom 16. auf den 17. Juli findet die zweite Mondfinsternis in diesem Jahr statt. Allerdings tritt der Mond dabei nicht komplett in den Erdschatten ein. Es handelt sich somit um eine partielle Mondfinsternis.

Der Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde beginnt um 22:01 Uhr. Die Mitte der Finsternis wird um 23:31 Uhr erreicht. Dann befindet sich 66% des scheinbaren Monddurchmessers im Kernschatten der Erde. Der südliche Teil des Mondes bleibt außen vor und erscheint heller. Um 2:30 Uhr am 17. Juli hat der Mond den Kernschatten dann wieder komplett verlassen.

Mondaufgang in Göttingen ist am 16. Juli um 21:25 Uhr. Da sich der Mond in dieser Nacht im Sternbild Schütze befindet, wird er nur in einer flachen Bahn über den Himmel ziehen. Eine freie Sicht zum Südost- bzw. Südhorizont ist deshalb wichtig. Nur dann kann die Finsternis ungestört beobachtet werden.

Merkur am Morgenhimmel

Zu einer bescheidenen Morgensichtbarkeit von Merkur kommt es im August. Ab dem 10. ist der sonnennächste Planet morgens ab kurz vor 5 Uhr für etwa eine halbe Stunde zu beobachten. Er kann dann tief über dem Osthorizont, genauer gesagt über dem Ost-Nord-Ost-Horizont aufgesucht werden. Neben guten Wetterbedingungen (kein Dunst oder Wolken in Horizontnähe) ist eine freie Sicht zum Horizont unbedingt notwendig. In den folgenden Tagen geht Merkur täglich etwas später auf. Am letzten Beobachtungstag, dem 20. August, kann er ab 5:15 Uhr für etwa eine halbe Stunde aufgesucht werden. Zum Auffinden sollte eine Fernglas verwendet werden. Den Rest des Quartals bleibt Merkur unbeobachtbar.

Venus und Mars

Venus und Mars können in diesem Quartal nicht beobachtet werden. Beide Planeten wandern zusammen mit der Sonne über den Taghimmel.

Jupiter und Saturn

Die beiden größten Planeten des Sonnensystems sind die Stars des Nachthimmels. Dabei fällt Jupiter aufgrund seiner großen Helligkeit schon in der auslaufenden Abenddämmerung am Südhimmel sofort auf. Zwar erscheint Saturn deutlich lichtschwächer, doch auch er ist leicht zu finden. Der Ringplanet steht dabei östlich von Jupiter und etwas tiefer. Rechts unterhalb von Jupiter fällt noch der rötlich leuchtende Stern Antares auf.

Während Jupiter seine Opposition im Juni hatte, erreicht Saturn sie am 9. Juli. Dann steht er, von der Erde aus gesehen, der Sonne genau gegenüber. Er ist dann die gesamte Nacht hindurch zu beobachten.

Jupiter beginnt sich im Laufe des Quartals aus der zweiten Nachthälfte zurückzuziehen. Geht er am 1. Juli noch um 3:56 Uhr unter, erreicht er den Horizont am 30. September schon um 21:57 Uhr. Für Saturn lauten die Zeiten: 6:10 Uhr am 1. Juli und 23:49 Uhr am Quartalsletzten.

Während man bei Jupiter schon mit einem Fernglas die tägliche Bewegung der vier großen Monde verfolgen kann, braucht es für alle anderen Beobachtungen der beiden Planeten schon ein kleines Teleskop. Dann jedoch können auf Jupiter die verschieden gefärbten Bänder der Atmosphäre und der große Rote Fleck betrachtet werden. Solche Details sieht man auf Saturn erst mithilfe größerer Teleskope. Was aber schon im kleinen Teleskop zu sehen ist, sind die Ringe um den Planeten und sein größter Mond Titan.

Der Sternenhimmel

Jetzt im Sommer ist Mitte August am Abendhimmel die Milchstraße besonders gut zu sehen. Voraussetzung dafür ist jedoch ein Ort abseits der lichtverschmutzenden Städte. Bei der Milchstraße handelt es sich um Milliarden von Sternen, die zusammen mit unserer Sonne unsere Heimatgalaxie bilden. Ihr Zentrum befindet sich von uns aus gesehen im Sternbild Schütze. Dieses steht im Sommer abends tief über dem Südhorizont.

Im Schützen ist im Moment der Planet Saturn zu beobachten. Westlich davon sind Jupiter im Schlangenträger und Antares im Skorpion zu sehen. Oberhalb des Schützen folgt das Sternbild Adler mit dem hellen Stern Atair. Schon fast im Zenit, dem Punkt über unserem Kopf, stehen der Schwan und die Leier. Ihre hellsten Sterne Deneb und Wega bilden zusammen mit Atair ein großes Dreieck, das so genannte Sommerdreieck. Durch alle diese Sternbilder zieht sich das Band der Milchstraße.

Über dem Westhorizont ist noch gut der helle Stern Arktur im Sternbild Bootes, auch Bärenhüter genannt, zu beobachten. Der Große Wagen steht nun schon tief über dem Nordwest-Horizont.

Im Osten gehen schon die ersten Herbststernbilder auf. Auffällig ist dabei ein großes Sternenviereck, welches hauptsächlich zum Sternbild Pegasus gehört. Daran an schließt sich eine Kette aus ähnlich hellen Sternen. Sie bilden das Sternbild Andromeda. Tief über dem Nordost-Horizont schließt sich an diese Kette das Sternbild Perseus an. Aus ihm scheinen Mitte August sehr viele Sternschnuppen zu kommen.

In der Nacht vom 12. auf den 13. August können bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde beobachtet werden. Verlängert man ihre Spuren rückwärts, so scheinen sie alle aus dem Perseus zu kommen. Deshalb nennt man den Sternschnuppenstrom Perseiden.

Ursache für diese Beobachtung ist ein perspektivischer Effekt. Genauso wie bei einer Autofahrt bei Schneefall alle Schneeflocken von einem Punkt vor dem Auto zu kommen scheinen, scheinen alle Sternschnuppen von einem Punkt am Himmel zu kommen. Dies lässt sich mit der Bewegung der Erde durch eine kosmische Staubwolke erklären. Die Staubwolke beinhaltet winzig kleine Staubkörner, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen und dann als Sternschnuppen sichtbar werden.

Beste Beobachtungszeit für die Perseiden ist die Zeit nach Mitternacht bis zur Morgendämmerung. Um nicht durch künstliche Lichtquellen gestört zu werden, sollte ein Ort abseits der Städte aufgesucht werden. Dort ist es dunkler, so dass auch eine sehr viel größere Anzahl an Sternschnuppen gesehen werden kann. In der Stadt selbst ist nur sehr vereinzelt eine Sternschnuppe zu beobachten.

Am 02.07., am 01.08., am 30.08. und am 28.09. ist Neumond, ideale Nächte zum Beobachten. Die hellen Vollmondnächte finden am 16.07., am 15.08. und am 14.09. statt.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!