Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
Aktueller Himmel von AstroViewer®

Aktuelle Himmelsereignisse

Neumond (26.4.)

Mond bedeckt Aldebaran (28.4.)

Venus in max. Glanz (30.4.)

Der Sternenhimmel im zweiten Quartal 2017

von Jürgen Krieg (Förderkreis Planetarium Göttingen e.V.)

Jupiter und Saturn in Opposition

Im zweiten Quartal diesen Jahres durchlaufen die beiden größten Planeten des Sonnensystems ihre Oppositionsstellung. Am Tag ihrer Opposition stehen die Planeten von der Erde aus gesehen der Sonne am Himmel genau gegenüber. Damit sind sie die gesamte Nacht hindurch zu beobachten. Denn wenn die Sonne untergeht geht der Planet auf und umgekehrt.

Jupiter steht am 7. April in Opposition. Er ist dann im Sternbild Jungfrau zu finden. Da er, solange der Mond unter dem Horizont steht, im Moment das hellste Gestirn am Nachthimmel ist, kann man ihn schon in der auslaufenden Abenddämmerung über dem Osthorizont sehen. Anfang April geht der Riesenplanet kurz vor 20 Uhr auf und am folgenden Morgen gegen 7 Uhr unter. Im Laufe des Quartals wird Jupiter zu einem Planeten des Abendhimmels, denn sein Untergang geschieht immer früher. Am letzten Junitag quert er den Horizont schon kurz vor halb zwei Uhr in der Nacht.

Am 15. Juni steht Saturn in Opposition zur Sonne. Allerdings bleibt er in diesem Jahr ein unscheinbares Objekt. Normalerweise kann man einen Planeten in seiner Oppositionsstellung am besten beobachten, da er dann auch der Erde am nächsten steht. Er wird von der Sonne voll beleuchtet und Einzelheiten auf dem Planeten sind nun schon mit kleinen Teleskopen gut zu erkennen. Das kann die Bandstruktur auf Jupiter sein, aber auch Details im Ringsystem des Saturn. In diesem Jahr befindet sich der Ringplanet aber in einer südlichen Position auf der Ekliptik. Damit steht er nicht besonders hoch über dem Südhorizont. Dunst und künstliche Beleuchtung machen eine Beobachtung deshalb schwierig.

Im Laufe des Quartals geht der Ringplanet immer früher auf. Am 1. April überquert er den Horizont kurz vor halb drei Uhr in der Nacht. Am 30. Juni erscheint er schon um kurz nach 20 Uhr. Für die Beobachtung des Ringsystems ist ein kleines Teleskop erforderlich. Dagegen kann man die tägliche Bewegung der vier größten Jupitermonde schon mit einem Fernglas verfolgen.

Merkur, Venus und Mars

Der sonnennächste Planet Merkur ist im zweiten Quartal nur Anfang April am Abendhimmel zu sehen. Bis etwa zum 6. des Monats kann Merkur zwischen 20:40 Uhr und 21:20 Uhr tief über dem Westhorizont beobachtet werden. Zum Auffinden sollte ein Fernglas verwendet werden.

Nachdem Venus zu Jahresanfang als Abendstern am Himmel stand, erscheint sie uns im zweiten Quartal als Morgenstern. Am Quartalsersten geht sie morgens gegen 6 Uhr auf. Während der nächsten drei Monate erscheint sie immer früher am Morgenhimmel. Am 30 Juni ist sie ab kurz vor drei Uhr morgens zu beobachten. Mit ihrem Aufgang spielt Jupiter nur noch die zweite Geige, jedenfalls was die Helligkeit angeht. Venus ist deutlich heller als der Riesenplanet.

Mars verabschiedet sich in diesem Quartal vom Abendhimmel. Am 1. April geht der mittlerweile recht unscheinbare Planet gegen 23 Uhr unter. Da er auf seiner Bahn immer nördlichere Bereiche der Ekliptik erreicht, ändert sich seine Untergangszeit im Mai wenig. Dafür bleiben die Tage aber immer länger hell, so dass der rote Planet im Mai noch in der Dämmerung untergeht.

Mond bedeckt Aldebaran und Porrima

Bei seinem Weg über den Himmel bedeckt der Mond in jeder Nacht eine Vielzahl von Sternen. Meistens sind sie aber nur recht lichtschwach und nur für Experten von Interesse. Doch hin und wieder wandert der Erdtrabant vor einem Planeten oder hellen Stern vorbei.

Am 28. April bedeckt er den hellen Stern Aldebaran (α Tau) im Sternbild Stier. Leider sind für eine Beobachtung die Randbedingungen nicht wirklich perfekt. Der Stern verschwindet um 20:18 Uhr hinter dem Mond. Dies geschieht am dunklen Mondrand. Zu diesem Zeitpunkt ist die Sonne aber noch nicht untergegangen. Zu sehen ist das Verschwinden also nur mit einem Fernglas oder Teleskop. Da das Ereignis nur zwei Tage nach Neumond stattfindet, steht der Mond auch nicht weit von der Sonne entfernt. Beim Beobachten ist also Vorsicht geboten!

Um 21:08 Uhr erscheint Aldebaran wieder auf der anderen, der hellen Seite des Mondes. Zwar ist die Sonne mittlerweile untergegangen, doch die Dämmerung ist noch nicht allzu weit fortgeschritten. Deshalb sollte man auch jetzt mit einem Fernglas schauen.

Auch bei der zweiten Bedeckung eines hellen Sternes am 3. Juni geschieht dies zur Zeit des Sonnenuntergangs. Bedeckt wird dann der Stern Porrima (γ Vir) im Sternbild Jungfrau. Zwar ist der Stern deutlich schwächer als Aldebaran, dafür steht der Mond (6 Tage vor Vollmond) aber auch weiter von der Sonne entfernt am Himmel. Die Bedeckung beginnt um 21:01 Uhr auf der dunklen Mondseite. Sonnenuntergang ist 20 Minuten später. Der Stern erscheint wieder auf der hellen Mondseite um 22:17 Uhr. Auch hier benötigt man zur Beobachtung ein Fernglas.

Die genauen Orte für Ein- und Austritt sowie die dazu gehörigen Zeitpunkte finden sich im Internet.

Der Sternenhimmel

Beim Vergleich des Wintersternhimmels mit dem im Frühling fällt auf, dass es jetzt kaum helle Sterne gibt. Nur ein großes Dreieck aus hellen Sternen macht sich bemerkbar. Arktur im Sternbild Bootes, einer aus dem Trio, ist der hellste Stern am Frühlingssternhimmel. Die beiden anderen Sterne sind Regulus im Löwen und Spica in der Jungfrau. Letzterer steht allerdings nicht besonders hoch über dem Horizont und wird durch Dunst in seiner Helligkeit abgeschwächt. Im Moment steht Jupiter in Spicas Nähe. Eine Verwechselung ist aber ausgeschlossen, denn der Planet erscheint deutlich heller als dieser Stern.

Dagegen ist im Frühling der Große Wagen sehr gut zu beobachten. Er hat nun seinen höchsten Stand am Abendhimmel im Jahreslauf erreicht und steht direkt über den Köpfen der Beobachter. Dieser Punkt wird Zenit genannt. Der Große Wagen selbst ist kein eigenständiges Sternbild, sondern Teil des Sternbilds Großer Bär - oder genauer übersetzt der Großen Bärin.

Östlich vom Sternbild Bootes, das ein wenig aussieht wie ein großer Kinderdrachen, steht das kleine Sternbild der Nördlichen Krone. Ein Halbkreis fast gleich heller Sterne lässt es auch den Laien relativ leicht finden.

Während über dem Westhorizont mit den Zwillingen und dem Fuhrmann die letzten Wintersternbilder ihren Abschied geben, sind über dem Osthorizont die ersten Sommersternbilder erschienen. Auffällig ist hier der helle Stern Wega im Sternbild Leier. Westlich von ihr, hin zur Nördlichen Krone, steht das Sternbild Herkules. Es besteht allerdings nur aus lichtschwachen Sternen und kann von Anfängern meist nur mithilfe einer Sternkarte gefunden werden.

Neumond ist im zweiten Quartal am 26.04., am 25.05. und am 24.06. Vollmond ist am 11.04., am 10.05. und am 09.06.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!