Sternenhimmel über Göttingen

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Der Sternenhimmel im zweiten Quartal 2019

Im zweiten Quartal 2019 „verspätet“ sich Ostern und Jupiter ist fast die ganze Nacht hindurch zu sehen.

Ostern erst Ende April

In diesem Jahr findet Ostern erst am 21. und 22. April statt. Warum so spät? Es ist doch allgemein bekannt, dass Ostern normalerweise am Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang stattfindet. In diesem Jahr ist Frühlingsanfang am 20. März um 20:58 Uhr. Der erste Vollmond im Frühling tritt am 21. März um 2:53 Uhr ein. Damit sollte Ostersonntag am 24. März sein. Ist es aber nicht! Es kommt zur sogenannten „Osterparadoxie“.

Jupiter in Opposition

Am 10. Juni steht Jupiter in diesem Jahr in Opposition. Dies bedeutet zum einen, dass Sonne, Erde und der Planet in einer Linie stehen. Zum anderen folgt daraus, dass der Riesenplanet die gesamte Nacht hindurch beobachtet werden kann. In diesem Jahr steht Jupiter zur Oppositionszeit im Sternbild Schlangenträger. Damit steht er bei seinem täglichen Weg über den Nachthimmel nie besonders hoch über dem Horizont. Dadurch wird beim Blick durch das Fernglas oder ein Teleskop das Planetenscheibchen, bedingt durch die größere Luftunruhe in Horizontnähe, leicht hin und her hüpfen oder immer wieder kurzzeitig etwas unscharf erscheinen.

Jupiter geht am 1. April um 2:14 Uhr auf. Doch schon am Maifeiertag erscheint er kurz nach Mitternacht über dem Horizont. Zu Monatsende geht er dann in der Abendämmerung auf. Jeweils etwa 15 Minuten später sollte er die horizontnahen Dunstschichten hinter sich gelassen haben und mit dem bloßen Auge zu sehen sein.

Schon mit einem Fernglas kann man die vier größten Monde des Planeten links und rechts von ihm stehen sehen. Schon innerhalb von einigen Stunden ist zu beobachten, wie sie sich um Jupiter bewegen.

Merkur am Abendhimmel

Eine bescheidene Abendsichtbarkeit von Merkur findet ebenfalls im Juni statt. Ab dem 6. kann der sonnennächste Planet etwa ab 22 Uhr tief über dem Nordwest-Horizont mit einem Fernglas aufgesucht werden. Viel Zeit bleibt nicht, da Merkur schon um 22:45 Uhr untergeht. Bis zum 19. Juni bleibt nun Zeit, den Planeten täglich zu beobachten. Dabei verschiebt sich sein Untergang auf die Zeit kurz nach 23 Uhr. Am 18. wandert Merkur zudem nahe an Mars vorbei. Der scheinbare Abstand der beiden Planeten beträgt dabei nur etwa einen halben Vollmonddurchmesser. Der rote Planet ist aber nur im Fernglas zu sehen.

Venus, Mars und Saturn

Venus verabschiedet sich langsam vom Morgenhimmel. Am 1. April geht sie um 6:02 Uhr auf, am ersten Junitag schon um 4:28 Uhr. Doch die immer früher einsetzende Morgendämmerung verhindert, dass Venus ihren vollen Glanz erstrahlen lassen kann. Vor dem sich erhellenden Morgenhimmel strahlt sie bei Weitem nicht mehr so majestätisch hell wie noch zu Jahresbeginn. Um sie zu beobachten, ist jetzt ein Fernglas notwendig.

Mars zieht sich im Laufe des Quartals vom Abendhimmel zurück. Seine Helligkeit nimmt mehr und mehr ab. Sein Untergang erfolgt zu Quartalsbeginn noch eine halbe Stunde nach Mitternacht. Am letzten Junitag trifft er schon um 22:48 Uhr den Horizont, also in der auslaufenden Abenddämmerung. Nach dem 15. Juni wird man den roten Planeten nur noch mit dem Fernglas auffinden können.

Im Gegensatz zu Venus und Mars baut Saturn seine Sichtbarkeit aus. Zwar geht er am 1. April erst um 3:57 Uhr auf, doch am 1. Juni erscheint er schon kurz vor Mitternacht über dem Horizont. Am Monatsletzten kreuzt er den Horizont dann nochmals zwei Stunden früher. Er wird zum Planeten der gesamten Nacht. Auch seine Helligkeit nimmt zu. Dies ist von Vorteil, denn der Ringplanet bewegt sich im Moment durch das Sternbild Schütze und steht nie sehr hoch über dem Südhorizont.

Der Sternenhimmel

Der Sternenhimmel im Frühjahr ist eher durch Sternbilder mit schwach leuchtenden Sternen geprägt als durch viele helle Sterne wie der Wintersternhimmel. Ausnahme ist hier Arktur im Sternbild Bootes. Abends steht der rötlich leuchtende Stern nun hoch im Süden und fällt sofort auf. Unterhalb von ihm fällt ein weiterer, nicht ganz so heller Stern auf. Es ist Spica im Sternbild Jungfrau.

Direkt im Zenit steht nun das Sternbild des Großen Bären oder richtig übersetzt: der Großen Bärin. Ein Teil davon ist der bekannte Große Wagen. Unterhalb davon findet sich der Löwe mit dem hellen Stern Regulus. Blickt man noch weiter Richtung Südhorizont, so sind dort bei einem besonders dunklen Himmel die Sterne der Wasserschlange zu erkennen. Sie ist flächenmäßig das größte Sternbild am ganzen Himmel. Ihr Kopf steht unterhalb des Krebses, ihr Schwanzende findet man bei der Waage.

Tief über dem Nordwest-Horizont können noch Kapella im Fuhrmann sowie Kastor und Pollux in den Zwillingen als letzte Zeugen des vergangenen Winters beobachtet werden. Gleichzeitig erheben sich im Osten mit der Schlange und dem Schlangenträger die ersten Sommersternbilder. Im Nordosten steht nun schon die helle Wega und kündigt den nahenden Sommer an.

Am 05.04., am 04.05. und am 03.06. ist Neumond, ideale Nächte zum Beobachten. Die hellen Vollmondnächte finden am 19.04., am 18.05. und am 17.06. statt.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!