Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
Aktueller Himmel von AstroViewer®

Aktuelle Himmelsereignisse

Mond bei Jupiter (27.5.)

Vollmond (29.5.)

Mond bei Saturn (1.6.)

Mond bei Mars (3.6.)

Der Sternenhimmel im zweiten Quartal 2018

Die Höhepunkte des zweiten Quartals sind die Oppositionen von Jupiter und Saturn.

Opposition und Konjunktion

Bewegt sich ein Planet um die Sonne, dann gibt es zwei wichtige Zeitpunkte während des Umlaufs. Beim einen Zeitpunkt steht der Planet zusammen mit der Erde auf der gleichen Seite der Sonne. Alle drei Himmelskörper bilden eine Linie. Steht der Planet weiter von der Sonne entfernt als die Erde, nennt man den Zeitpunkt Opposition. Für Merkur und Venus, die näher als die Erde die Sonne umrunden, ist dies die untere Konjunktion. Der zweite wichtige Zeitpunkt ist der, bei dem sich der Planet auf der entgegengesetzten Seite der Sonne befindet. Er wird obere Konjunktion genannt und zwar für alle Planeten.

Bei einer Konjunktion, egal ob untere oder obere, wandert der Planet zusammen mit der Sonne über den Taghimmel. Stehen die Planeten Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun hingegen in Opposition, können sie die gesamte Nacht hindurch beobachtet werden. Dies gilt genauso für alle anderen Himmelskörper im Sonnensystem, wie z. B. Zwergplaneten oder Asteroiden, solange sie sich außerhalb der Erdbahn befinden.

Jupiter und Saturn

Jupiter steht am 9. Mai in Opposition. Doch schon im April kann der größte Planet des Sonnensystems gut beobachtet werden. Am 1. April geht Jupiter etwa eine halbe Stunde vor Mitternacht (Sommerzeit) im Osten auf. Am Tag der Opposition kann der Riesenplanet schon in der Abenddämmerung beobachtet werden. Sein Aufgang um 20:30 Uhr ist noch vor Sonnenuntergang um kurz vor neun Uhr abends. Untergehen tut Jupiter am darauf folgenden Morgen um 5 Uhr. Ende Juni kann er in der Abenddämmerung über dem Südost-Horizont als helles Objekt leicht aufgefunden werden. Sein Untergang am 30. ist um kurz vor halb drei Uhr morgens.

Saturn erreicht die Oppositionsstellung am 27. Juni. Zu Quartalsbeginn ist er noch ein Objekt der zweiten Nachthälfte. Am 1. April geht er erst um 3:15 Uhr auf. Einen Monat später kreuzt der Ringplanet aber schon zwei Stunden früher die Horizontlinie im Südosten. Am Oppositionstag selbst ist er theoretisch ab 21:16 Uhr zu beobachten. Da die Sonne aber noch nicht untergegangen ist, muss man noch mindestens eine Stunde warten, bis der Planet in der Abenddämmerung im Südosten aufgesucht werden kann.

Sowohl Jupiter, der im Sternbild Waage steht, als auch Saturn im Sternbild Schütze bewegen sich durch den südlichen Teil der Ekliptik. Dadurch stehen sie die gesamte Nacht hindurch nicht besonders hoch am Himmel. Die große Helligkeit von Jupiter unterstützt die Beobachtung. Bei Saturn, der deutlich schwächer leuchtet, stört die südliche Stellung merklich. Bei beiden Planeten macht sich aber die größere Luftunruhe bei geringer Höhe über dem Horizont durch ein größeres „Zappeln“ der Planetenbilder im Fernglas bemerkbar.

Merkur, Venus und Mars

Merkur ist nur an wenigen Tagen Ende Juni/ Anfang Juli am Abendhimmel auffindbar. Bei freier Sicht Richtung Nordwesten und sehr guten Wetterbedingungen kann der sonnennächste Planet um den 30. Juni herum mit dem Fernglas knapp über dem Horizont zu sehen sein. Beste Beobachtungszeit ist zwischen 22:30 Uhr und 22:45 Uhr.

Ganz anders sieht es bei Venus aus. Sie baut ihre Stellung als strahlender Abendstern immer mehr aus. Zwar beginnt ihr Auftritt Anfang April noch recht verhalten, doch ab Mai steht sie in der Abenddämmerung schon hoch genug über dem Westhorizont, dass auch Laien auf sie aufmerksam werden. Sie ist nach Sonnenuntergang und vor Mondaufgang das hellste Gestirn am Himmel.

Mars baut seine Stellung in der zweiten Nachthälfte mehr und mehr aus. Geht er am 1. April noch um 3:18 Uhr auf, erscheint er am Quartalsletzten schon eine halbe Stunde vor Mitternacht über dem Osthorizont. Die Entfernung von Erde und Mars verringert sich deutlich, und der rote Planet wird immer heller. Das Planetenscheibchen erscheint ebenfalls größer und Beobachtungen mit einem Teleskop zeigen wieder Einzelheiten wie z. B. die Polkappen auf seiner Oberfläche. Im Fernglas bleibt er allerdings weiterhin nur ein Punkt, wenn auch ein heller werdender.

Der Sternenhimmel

Während Winter- und Sommersternenhimmel mit hellen Sternen nur so um sich werfen und die Milchstraße gut zu sehen ist, erscheint der Nachthimmel im Frühling eher unscheinbar. helle Sterne sind Mangelware und die Milchstraße steht eher unscheinbar Richtung Norden. Allerdings macht dies den Blick zum Nachthimmel nur scheinbar langweilig. Denn dadurch, dass der Blick jetzt aus der Ebene der Milchstraße hinaus in die Weiten des Weltalls geht, sind viele Galaxien zu sehen. Diese weit entfernten Sterneninseln sind zwar nicht mit dem bloßen Auge zu sehen, doch schon ein Fernglas zeigt einige davon. Richtig gut wird es dann mit einem Teleskop. Besonders viele Galaxien lassen sich in den Sternbildern Jungfrau, Haar der Berenike, Löwe und Jagdhunde beobachten.

Während die Jagdhunde und das Haar der Berenike nur schwach leuchtende Sterne enthalten und ohne Sternkarte nur schwer zu finden sind, markiert der helle Stern Regulus das Sternbild Löwe und Spica die Jungfrau. Alle diese Sternbilder stehen jetzt in Richtung Süden.

Der hellste Stern am Frühlingshimmel ist jedoch der etwas rötlich leuchtende Arktur im Sternbild Bootes. Er bildet den Fußpunkt einer Reihe von weniger hellen Sternen, die grob die Form eines Kinderdrachens annehmen. Tief über dem Südost-Horizont fällt Jupiter sofort ins Auge.

Während im Westen mit den Zwillingen und dem Fuhrmann die letzten Wintersternbilder zum Horizont hinabsinken, gehen im Osten schon die Sommersternbilder auf. Tief im Nordosten sind mit Wega (Leier) und Deneb (Schwan) schon zwei helle Sterne aufgegangen, die im Sommer hoch am Himmel erstrahlen. Direkt im Zenit, dem Punkt über unseren Köpfen, steht das Sternbild Großer Bär. Ein Teil davon bildet den bekannten Großen Wagen. Ein guter Zeitpunkt, die verschwommenen astronomischen Kenntnisse etwas aufzufrischen.

Die dunklen Neumondnächte sind am 16.04., am 15.05. und am 13.06. Vollmond ist am 30.04., am 29.05. und am 28.06.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!