Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
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Aktuelle Himmelsereignisse

Vollmond (9.10.)

Merkur am Morgenhimmel (6.-18.10.)

Merkur, Ende der Morgensichtbarkeit

Der Sternenhimmel im vierten Quartal 2022

Eine partielle Sonnenfinsternis im Oktober und die Marsopposition im Dezember bescheren uns zwei spannende astronomische Ereignisse zum Jahresende.

Partielle Sonnenfinsternis

Um die Mittagszeit am 25. Oktober schiebt sich der Mond teilweise vor die Sonnenscheibe. Dabei steht, von der Erde aus betrachtet, der Mond zwischen Erde und Sonne. Es ist also Neumond. Die Verfinsterung beginnt um 11:10 Uhr MESZ und zwar fast ganz oben am Scheibenrand. Um 12:10 Uhr MESZ ist mit einem Bedeckungsgrad von 28,5% die maximale Phase erreicht. Der obere, linke Quadrant der Sonnenscheibe ist nun vom Mond bedeckt. Das Ende der Finsternis ist um 13:12 Uhr MESZ erreicht.

Im Gegensatz zu einer totalen Sonnenfinsternis wird man im Alltag keine Helligkeitsabnahme feststellen. Dazu wird ein zu kleiner Teil der Sonnenscheibe abgedeckt. Das wiederum bedeutet, dass ohne ausreichenden Augenschutz nicht in die Sonne geschaut werden darf! Eine Sonnenbrille reicht nicht aus. Nur die im Handel zu kaufenden Sonnenfinsternisbrillen oder Spezialfolien, die man vor(!) dem Fernglas bzw. Teleskop anbringen muss, bieten einen ausreichenden Schutz. Eine weitere Möglichkeit, das himmlische Schauspiel zu verfolgen, ist die Projektionsmethode. Dabei wird mithilfe eines Teleskops oder Fernglases das Bild der Sonne auf ein weißes Blatt Papier oder einen weißen Karton projiziert.

Mars in Opposition wird vom Mond bedeckt

Am 8. Dezember steht Mars in Opposition zur Sonne. Das heißt, dass an diesem Tag, von der Erde aus gesehen, sich Sonne und Mars genau gegenüber stehen. Und dies wiederum bedeutet, Mars kann die gesamte Nacht hindurch beobachtet werden. Da der Rote Planet während der diesjährigen Oppositionsperiode durch den nördlichen Teil der Ekliptik (scheinbare jährliche Bahn der Sonne am Himmel) wandert, steht er um Mitternacht hoch am Südhimmel. Also perfekte Beobachtungsbedingungen, vorausgesetzt, man hat sich warm angezogen.

Einen Wermutstropfen gibt es aber doch. Für Teleskopbeobachter erreicht das Marsscheibchen nur einen bescheidenen Durchmesser von 17,2 Bogensekunden. Während anderer Oppositionen können es bis zu 25,1 Bogensekunden werden. Diese unterschiedlichen Durchmesser des Marsscheibchens haben ihre Ursache in der Marsbahn. Seine Bahn um die Sonne ist keine Kreisbahn sondern die einer Ellipse, genau wie die der Erde. Je nachdem in welchem Teil ihrer Bahnen sich die beiden Planeten zum Zeitpunkt der Marsopposition gerade aufhalten, ist ihr Abstand mal etwas größer, mal etwas kleiner. Damit ändert sich auch der Durchmesser des Marsscheibchens jedes Mal.

Am 8. Dezember steht Mars jedoch nicht nur in Opposition, sondern er wird am frühen Morgen auch noch vom Mond bedeckt. Zufällig ist an diesem Tag auch Vollmond. Um 6:02 Uhr beginnt die Bedeckung und der Rote Planet verschwindet hinter dem Erdtrabanten. Beide stehen dann im Westen nicht mehr allzu hoch am Himmel. Um 6:58 Uhr ist der Mond etwa einen Monddurchmesser weitergewandert und Mars taucht im unteren rechten Quadranten am Mondrand auf. Da es gerade erst zu dämmeren beginnt, ist diese Bedeckung auch mit bloßem Auge gut zu verfolgen.

Mars ist im gesamten Quartal jede Nacht zu beobachten. Muss man Anfang Oktober noch bis gegen 21 Uhr MESZ warten, ist der Rote Planet am Monatsende schon gegen 19:30 Uhr über dem Osthorizont zu erspähen.

Merkur $-$ mal morgens, mal abends

Im letzten Quartal des Jahres ist Merkur im Oktober am Morgenhimmel und im Dezember am Abendhimmel zu beobachten. Wer den sonnennächsten Planeten noch nicht gesehen hat, sollte allerdings die Morgensichtbarkeitsperiode zum Auffinden nutzen. Die Abendsichtbarkeit im Dezember fällt doch sehr bescheiden aus.

Im Oktober ist Merkur zwischen dem 7. und dem 16. am besten zu beobachten. Dazu schaut man am 7. um etwa 6:15 Uhr MESZ zum Osthorizont. Rund 30 Minuten bleiben nun, um den Planeten zu finden und zu beobachten. Danach ist es zu hell. In den folgenden Tagen verschiebt sich der Beobachtungsanfang jeden Tag etwa eine Minute nach hinten. Am 16. reicht es, um 6:30 Uhr MESZ mit der Beobachtung zu beginnen. da Merkur nur knapp über dem Osthorizont steht, ist eine freie Sicht dorthin unbedingt nötig. Auch kann ein Fernglas beim Aufsuchen helfen.

Im Dezember ist Merkur zwischen dem 21. und dem 25. abends zwischen etwa 17:15 Uhr und 17:30 Uhr tief über dem Südwest-Horizont zu beobachten. Da der Planet sich aber immer in den horizontnahen Dunstschichten versteckt hält, ist zum Auffinden ein Fernglas unbedingt nötig. Den Rest des Quartals ist der Planet nicht zu sehen.

Venus, Jupiter und Saturn

Venus wandert zusammen mit der Sonne über den Taghimmel. Erst ab Weihnachten kann der Versuch unternommen werden, den Planeten in der Abenddämmerung tief über dem Südwest-Horizont aufzufinden. Auch hier sollte ein Fernglas verwendet werden, da die sonst so strahlend helle Venus dann deutlich lichtschwächer durch den Horizontdunst leuchtet. Ab etwa 17 Uhr kann mit der Suche begonnen werden.

Jupiter und Saturn standen im Sommer beide in Opposition zur Sonne und ziehen sich nun langsam aus der zweiten Nachthälfte zurück. Während am 1. Oktober Jupiter noch die gesamte Nacht hindurch zu beobachten ist, geht Saturn um 2:50 Uhr MESZ unter. Am 1. November verschwindet Jupiter um 3:26 Uhr unter dem Horizont. Der Ringplanet ist schon kurz vor Mitternacht untergegangen. Zu Silvester geht auch der Riesenplanet schon um kurz vor Mitternacht unter, während Saturn nur noch in den Abendstunden zu beobachten ist. Sein Untergang erfolgt am 31. schon um 20:08 Uhr.

Uranus wird vom Mond bedeckt

Da Uranus in Deutschland mit bloßem Auge nicht mehr zu beobachten ist (Gründe: Luft- und Lichtverschmutzung), taucht er in den Quartalsberichten normalerweise nicht auf. Doch in diesem Quartal soll eine Ausnahme gemacht werden. Grund dafür ist die Bedeckung des Planeten durch den Mond am 5. Dezember. Um 17:42 Uhr beginnt die Bedeckung an der unbeleuchteten Seite des Mondes (oben links). Dies ist nur mit einem Fernglas zu beobachten, genauso der Austritt am oberen rechten Mondrand um 18:30 Uhr. Da Uranus am 9. November in Opposition zur Sonne gestanden hat, erreicht er im Moment auch seine maximale Helligkeit. Sie liegt bei 5,6 Magnituden. Damit wäre der Planet rein theoretisch mit dem bloßen Auge gerade noch zu sehen. Doch auch ohne Luft- und Lichtverschmutzung überstrahlt der fast volle Monde den Planeten während der Bedeckung.

Der Sternenhimmel

Jetzt im Herbst stehen zwischen den hellen Sternen des Sommer- und des Wintersternenhimmels die nicht ganz so hell leuchtenden Sterne der Sternbilder von Wassermann, Walfisch, Fische sowie Pegasus, Andromeda und Perseus. Es ist also eine „feuchte“ Angelegenheit am Sternenhimmel.

Die drei zuerst genannten Sternbilder werden allerdings nur aus Sternen gebildet, die alle relativ schwach leuchten. Ohne Sternkarte sind sie nicht leicht zu finden, besonders wenn der Himmel durch künstliche Beleuchtung noch aufgehellt ist. Als Hilfe zum Auffinden kann im Moment Jupiter genutzt werden. Er steht in den Fischen an der Grenze zum Wassermann.

Aus heller leuchtenden Sternen bestehen die drei anderen Sternbilder. Auch wenn sie direkt nichts mit Wasser zu tun haben, so gibt es doch eine indirekte Verbindung. Diese folgt aus der griechischen Sagenwelt. Dabei ist Andromeda an einen Felsen geschmiedet und erwartet, vom Seeungeheuer Ketos gefressen zu werden. Diese steht als Sternbild Walfisch unterhalb der Andromeda. Getrennt werden beide Sternbilder durch die Fische. Doch rechtzeitig trifft Perseus auf dem fliegenden Pferd Pegasus ein und rettet die Prinzessin.

Pegasus ist am Himmel durch ein großes Sternenviereck dargestellt. Es symbolisiert den Rumpf des Pferdes. Daran schließt sich oben links eine Kette aus fast gleich hellen Sternen an. Sie bilden das Sternbild Andromeda. Noch etwas weiter nach Osten (links) bilden einige Sterne grob den Buchstaben „ C“ nach. Das ist das Sternbild Perseus. Über dem mittleren Stern der Sternenkette der Andromeda kann man sehr schwach die Andromeda-Galaxie mit bloßem Auge sehen, ein dunkler und klarer Himmel vorausgesetzt.

Während im Westen mit Adler, Leier und Schwan die Sommersternbilder untergehen, erhebt sich über dem Osthorizont schon der Orion. Es ist das auffälligste Sternbild am nächtlichen Winterhimmel. Schon etwas höher stehen Stier, Fuhrmann und Zwillinge. In diesem Herbst hat der Stier neben seinem rötlich leuchtenden Hauptstern Aldebaran einen weiteren „roten Leuchtpunkt“ Es ist Mars, der nun zusammen mit Aldebaran wie ein Paar rot glühender Augen vom Himmel herunter schaut.

Und wo ist der Große Wagen? Der steht im Herbst immer sehr tief über dem Nordhorizont. Als Teil des Sternbildes der großen Bärin geht er in Deutschland nie unter. Solche Sternbilder werden als zirkumpolar bezeichnet. Auch die Kleine Bärin, Kassiopeia und Kepheus gehen bei uns nie unter.

Die dunklen Neumondnächte sind am 25.10., am 23.11. und am 23.12. Vollmond ist am 09.10., am 08.11. und am 08.12.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!