Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
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Vollmond (28.1.)

Der Sternenhimmel im ersten Quartal 2021

Das Planeten-Karussell hat sich weitergedreht. Nachdem es uns im Herbst des vergangenen Jahres fünf mit bloßem Auge sichtbare Planeten am Morgen- und Abendhimmel präsentiert hat, bleibt zu Jahresanfang davon nicht viel übrig.

Die Planeten

Merkur ist im ersten Quartal 2021 nur an wenigen Tagen Ende Januar zu beobachten. Zwischen dem 22. und dem 26. ist der sonnennächste Planet tief über dem Südwest-Horizont abends zwischen 17:40 Uhr und 18:20 Uhr zu sehen. Zum Aufsuchen sollte ein Fernglas verwendet werden.

Auch Venus ist nicht mehr der strahlend helle Morgenstern aus dem letzten Herbst. Geht sie zu Neujahr noch um 6:49 Uhr auf, erscheint sie am letzten Januartag erst um 7:25 Uhr über dem Horizont. Da es aber immer früher hell wird, kann Venus nur bis etwa zum 20. des Monats beobachtet werden. Den Rest des Quartals bleibt sie unbeobachtbar.

Mars ist der einzige Planet, der das gesamte Quartal hindurch zu sehen ist. Allerdings sinkt auch seine Helligkeit von Monat zu Monat. Auch geht er immer früher unter. Am 1. Januar verschwindet er um 2:16 Uhr unter dem Horizont, am 31. März schon um 1:57 Uhr MESZ(!).

Es gibt im ersten Quartal zwei Ereignisse, die es lohnen, Mars trotzdem zu beobachten. Zum einen wandert Mars in den Nächten vom 18. bis zum 22. Januar nahe an Uranus vorbei. Am 21. haben beide Planeten einen Abstand von etwa drei scheinbaren Vollmonddurchmessern. Das ist eine gute Gelegenheit, um Uranus aufzusuchen. Allerdings wird dafür ein Fernglas benötigt, da Uranus an der Grenze dessen liegt, was man mit dem bloßen Auge noch sehen kann. An diesem Tag steht auch der zunehmende Halbmond nicht weit entfernt von dem Planetenduo, weshalb man die Beobachtung auf die Tage davor bzw. danach konzentrieren sollte.

Zum anderen wandert Mars zu Beginn des Monats März durch das Goldene Tor der Ekliptik, welches durch die beiden offenen Sternhaufen der Hyaden und der Plejaden gebildet wird. Am 4. des Monats steht der Rote Planet etwa fünf scheinbare Vollmonddurchmesser von den Plejaden entfernt. Aufpassen muss man aber, dass man Mars nicht mit Aldebaran verwechselt. Der hellste Stern im Sternbild Stier leuchtet ebenfalls rötlich. Außerdem sind Anfang März beide Himmelsobjekte etwa gleich hell.

Jupiter und Saturn sind Anfang Januar noch für ein paar Tage in der Abenddämmerung tief im Südwesten zu beobachten. Dann verabschieden sie sich bis Mitte März. Sie wandern dann zusammen mit der Sonne über den Taghimmel. Nach dem 15. März können beide Planeten am Morgenhimmel beobachtet werden. Viel Zeit bleibt allerdings nicht, denn die Sonne geht jeden Tag etwas früher auf. Jupiter geht am 15. um 5:31 Uhr im Osten auf. Dann steht Saturn schon 25 Minuten lang über dem Horizont. Der hellere Jupiter kann aber beim Auffinden des Ringplaneten helfen. Mit der Beobachtung sollte man etwa 15 Minuten nach dem Aufgehen beginnen. Dann haben die Planeten die horizontnahen Dunstschichten verlassen und sind einfacher aufzufinden.

Der Sternenhimmel

Jetzt, zu Jahresbeginn, erstrahlt der Wintersternenhimmel in seiner ganzen Pracht. Zu keiner anderen Zeit im Jahr sind so viele helle Sterne am Nachthimmel zu sehen.

Recht auffällig ist dabei die Dreierkette fast gleich heller Sterne im Sternbild Orion. Sie stellen den Gürtel, an dem sein Schwert hängt, dar. Das Schwertgehänge selbst wird durch schwächer leuchtende Sterne und den Großen Orionnebel gebildet. Sie befinden sich alle unterhalb der Dreierkette auf halbem Weg zu den beiden Fußsternen Rigel (rechts, westlich) und Saiph (links, östlich). Oberhalb der Kette stehen die beiden hellen Sterne Bellatrix (westlich) und Beteigeuze (östlich). Sie bilden die Schultern des Himmelsjägers. Gut ist der Farbunterschied zwischen Rigel (bläulich-weiß) und Beteigeuze (rötlich) zu erkennen.

Rechts oberhalb des Orion steht der Stier mit dem hellen Stern Aldebaran. Von den beiden Sternen, die seine Hörner darstellen, gehört allerdings der obere (nördlichere) schon zum Sternbild Fuhrmann. Zusammen mit vier anderen Sternen bildet er ein ungleichmäßiges Fünfeck. Kapella ist der hellste Stern in dieser Anordnung.

Links oberhalb vom Orion stehen die Zwillinge. Ihre beiden fast gleich hellen Sterne heißen Kastor (nördlich) und Pollux (südlich). Ihre Namen entstammen der griechischen Sagenwelt, wo die Zwillinge die Söhne des Zeus und der Leda, der Königin von Sparta, sind. Etwas unterhalb der Zwillinge steht der Kleine Hund. Ein recht unscheinbares Sternbild mit nur einem hellen Stern mit dem Namen Prokyon. Noch etwa näher am Südhorizont steht der hellste Stern des gesamten Sternenhimmels Sirius. Er gehört zum Sternbild Großer Hund. Die Sterne Rigel, Aldebaran, Kapella, Kastor oder Pollux, Prokyon und Sirius bilden zusammen das so genannte Wintersechseck.

Weiter im Osten ist schon der Löwe aufgegangen und kündigt den Frühling an. Sein hellster Stern wird Regulus genannt. Oberhalb vom Löwen steht die Große Bärin, so die korrekte Übersetzung von Ursa Major. Ein Teil dieses Sternbildes ist allgemein als Großer Wagen bekannt. Nimmt man die hinteren beiden Kastensterne und verlängert ihren Abstand um etwa das Fünffache, dann erreicht man einen einzelnen hellen Stern. Das ist der Polarstern. Er gehört zum Sternbild Kleine Bärin bzw. zum Kleinen Wagen. Zieht man nun in Gedanken eine Linie vom Polarstern hinunter zum Horizont, dann ist dort die Nordrichtung.

Gut zum Beobachten sind die dunklen Neumondnächte am 13.1., am 11.2. und am 13.3. Wer bei Vollmond eine Nachtwanderung machen will, sollte sich den 28.1., den 27.2 bzw. den 28.3. im Kalender vormerken.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!