Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
Aktueller Himmel von AstroViewer®

Aktuelle Himmelsereignisse

Mond bei Venus (27.2.)

Venus bei Uranus (8.3.)

Vollmond (9.3.)

Der Sternenhimmel im ersten Quartal 2020

Das Jahr beginnt mit einem strahlenden Stern am Abendhimmel, der Venus. Zu ihr gesellt sich im Februar der sonnennächste Planet Merkur.

Venus und Merkur am Abendhimmel

Im ersten Quartal 2020 füllt Venus ihre Rolle als Abendstern maximal aus. Sie ist dann nach Sonnenuntergang neben dem Mond dastern bzw. Morgenstern bezeichnet wird, ist sie nur ein Planet. Ein Stern erzeugt sein Licht selbst, ein Planet hingegen reflektiert nur das Licht eines Sternes. In unserem Sonnensystem erzeugt die Sonne das Licht. Dieses wird von Venus, den anderen sieben Planeten sowie einer Vielzahl von kleinen, um die Sonne kreisenden Himmelskörpern reflektiert.

Schon kurz nach Sonnenuntergang kann Venus am Westhimmel gesehen werden. Sie geht von Monat zu Monat später unter, so dass sich die ebenfalls immer später einsetzende Abenddämmerung erst einmal nicht bemerkbar macht, was die Beobachtungsdauer angeht. Zu Neujahr verschwindet sie um 19:23 Uhr unter dem Horizont. Am 31. März geht sie erst um 23:25 Uhr MEZ unter. Da dann aber schon Sommerzeit ist, findet ihr Untergang erst am 1. April um 0:25 Uhr MESZ statt.

Am 27. Januar wandert Venus sehr nahe an dem viel lichtschwächeren Planeten Neptun vorbei. Der Abstand ist dabei deutlich kleiner als der scheinbare Vollmonddurchmesser. Da Neptun aber schon gegen 20:30 Uhr untergeht, sollte mit dem Beobachten gegen 19 Uhr begonnen werden. Zur Beobachtung ist allerdings ein Fernglas (Ein Opernglas reicht nicht.) oder ein Teleskop notwendig. Nur so ist der lichtschwache Planet zu sehen. Genauso ist es am 8. März wenn Venus an Uranus vorbeizieht. Allerdings ist der Abstand dabei deutlich größer und beträgt etwa vier scheinbare Vollmonddurchmesser. Dafür ist Uranus heller als Neptun.

Mars, Jupiter und Saturn am Morgenhimmel

Während sich im letzten Jahr noch alle drei Planeten am Abendhimmel tummelten, stehen sie zu Beginn des Jahres am Morgenhimmel. Während Mars schon ab Neujahr beobachtet werden kann, muss auf Jupiter bis Ende Januar und auf Saturn bis Ende Februar gewartet werden.

Mars geht am 1. Januar um 4:48 Uhr auf, am 31. März schon um 4:40 Uhr MESZ(!). Dabei wird er im Laufe des Quartals immer heller. Er zieht nach dem Aufgang seine Bahn tief über den Südost-Horizont. Am 1. Februar erscheint Jupiter um 6:31 Uhr über dem Horizont, nicht allzu weit entfernt von Mars. Der rote Planet überholt am 20. März Jupiter. Der Abstand beträgt dabei etwas mehr als einen Vollmonddurchmesser. Nur 11 Tage später erreicht Mars Saturn. Er wandert dann im Abstand von nicht ganz zwei Vollmonddurchmessern am Ringplaneten vorbei.

Der Grund dafür, dass Mars so schnell hintereinander an den beiden Planeten vorbeizieht, ist die deutlich geringere Entfernung des roten Planeten zur Sonne als die der beiden anderen Planeten. Dadurch bewegt er sich auf seiner Bahn um die Sonne viel schneller um diese als das bei Jupiter und noch stärker bei Saturn der Fall ist. Von der Erde aus betrachtet sieht das so aus, als würde Mars zwischen den Sternen entlangsprinten, während Jupiter und Saturn ganz gemächlich ihren Weg gehen.

Während Jupiter am 1. März schon um 4:58 Uhr aufgeht, erscheint Saturn erst um 5:25 Uhr. Für den Monatsletzten gelten folgende Aufgangszeiten: Jupiter 4:16 Uhr MESZ, Saturn 4:35 Uhr MESZ.

Sternschnuppen in kalter Januarnacht

In der Nacht vom 3. auf den 4. Januar können auch in diesem Jahr wieder viele Sternschnuppen gesehen werden. Dann ist der Sternschnuppenstrom der Quadrantiden, manchmal auch Bootiden genannt, am aktivsten. Zwar sind die gesamte Nacht hindurch vermehrt Sternschnuppen zu sehen, die meisten jedoch erst in den Stunden vor Beginn der Morgendämmerung. Dann ist mit bis zu 100 Objekten pro Stunde zu rechnen. Allerdings sind die Sternschnuppen dieses Stromes nicht besonders hell. Deshalb sollte zur Beobachtung ein dunkler Ort aufgesucht werden. Warme Kleidung ist dringend zu empfehlen.

Der Sternenhimmel

Jetzt zu Beginn des Jahres stehen die Wintersternbilder mit ihren vielen hell leuchtenden Sternen gut sichtbar im Süden. besonders fällt dabei das Sternbild Orion mit seiner Kette aus drei hell leuchtenden Sternen auf. Diese sind wiederum von vier hell leuchtenden Sternen umgeben, die grob ein Viereck bilden. Der Stern links oben leuchtet dabei deutlich rötlicher als die meisten anderen Sterne. Es handelt sich dabei um Beteigeuze, eine roten Riesenstern. Er ist deutlich größer als unsere Sonne. Ebenfalls viel größer als diese ist Rigel. Das ist der eher bläulich leuchtende Stern unten rechts im Viereck im Orion.

Neben Orion ist nun auch das Sternbild Stier mit dem ebenfalls rötlich leuchtenden Aldebaran und dem offenen Sternhaufen der Plejaden zu sehen. Fast im Zenit steht ein Fünfeck aus fast gleich hell leuchtenden Sternen, der Fuhrmann. Weiter im Osten stehen hoch am Himmel zwei gleich hell leuchtende Sterne mit Namen Kastor und Pollux im Stern Sternbild Zwillinge. Unterhalb davon ist ein einzelner hell leuchtender Stern zu sehen. Es ist Prokyon im Kleinen Hund. Nie sehr hoch über dem Horizont fällt dann noch ein besonders hell leuchtender Stern auf. Das ist Sirius im Großen Hund. Er ist der hellste Stern am gesamten Sternenhimmel. Rigel, Aldebaran, Kapella im Fuhrmann, Kastor, Prokyon und Sirius bilden zusammen das so genannte Wintersechseck.

Während im Westen mit Perseus und Andromeda die Herbststernbilder untergehen, sind über dem Osthorizont schon die ersten Frühlingssternbilder zu sehen. Leicht zu finden ist der Löwe mit dem hell leuchtenden Stern Regulus. Schwerer wird es beim Kleinen Löwen, dem Krebs und der Wasserschlange. Diese Sternbilder werden nur aus schwach leuchtenden Sternen gebildet. Um sie zu sehen, muss man der Lichtverschmutzung der Städte entfliehen und die immer weniger werdenden dunklen Orte aufsuchen.

Vollmond ist am 10.01., am 09.02. und am 09.03. Die dunklen Neumondnächte sind am 24.01., am 23.02. und am 24.03.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!