Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
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Aktuelle Himmelsereignisse

Vollmond (5.6.)

Mond bei Jupiter und Saturn (9.6.)

Mars bei Neptun (13.6.)

Der Sternenhimmel im zweiten Quartal 2020

Im zweiten Quartal 2020 ist Merkur einmal mehr am Abendhimmel zu sehen. Außerdem findet eine Venusbedeckung durch den Mond statt.

Merkur am Abendhimmel

Ab etwa 20. Mai beginnt die zweite Sichtbarkeitsperiode von Merkur am Abendhimmel in diesem Jahr. Sie zieht sich bis in die ersten Junitage. Gleich zu Beginn der Sichtbarkeitsperiode, am 22. Mai, wandert Merkur im Abstand von nur zwei scheinbaren Vollmonddurchmessern an Venus vorbei.

Zu Beginn der Periode sollte man gegen 21:45 Uhr mit der Beobachtung beginnen. Es bleiben dann etwa 30 bis 45 Minuten Zeit den sonnennächsten Planeten zu beobachten. Ein Fernglas ist bei der Suche eine große Hilfe. Ab dem 2. Juni braucht nicht vor 22 Uhr mit der Beobachtung gestartet werden. Nach einer halben Stunde versinkt Merkur im horizontnahen Dunst.

Neben gutem Wetter ist ein freier Blick zum Nordwest-Horizont unbedingt notwendig. Die gesamte Sichtbarkeitsperiode hindurch steht der Planet nämlich weniger als 10 Grad über dem Horizont. Das entspricht etwa der Breite einer Faust bei ausgestrecktem Arm. Den Rest des Quartals bleibt Merkur unbeobachtbar.

Venus - mal am Abend, mal am Morgen

Im zweiten Quartal ist Venus zuerst noch am Abendhimmel zu sehen, um dann Ende Juni am Morgenhimmel aufzutauchen. Anfang April strahlt der Planet noch in voller Pracht am westlichen Abendhimmel. Mit einem Fernglas kann am 3. des Monats gut verfolgt werden, wie Venus durch den südlichen Teil des offenen Sternhaufens der Plejaden zieht. Im Mai verabschiedet sich der Planet recht schnell vom Abendhimmel. Geht Venus am 2. April um 0:26 Uhr unter, am 1. Mai um 23:32 Uhr, so sinkt sie am 28. schon um 22:14 Uhr unter den Horizont. An den Folgetagen wandert sie zusammen mit der Sonne über den Taghimmel.

Ab etwa Mitte Juni kann Venus als Morgenstern wieder beobachtet werden. Am 15. geht sie um 4:24 Uhr, am Monatsletzten schon um 3:33 Uhr auf. Viel Zeit zum Beobachten bleibt allerdings nicht, bevor sie in der zunehmenden Morgendämmerung verschwindet.

Am 19. Juni kommt es zu einer Bedeckung von Venus durch den Mond. Der Eintritt findet um 9:55 Uhr am hellen Mondrand statt. Um 10:50 Uhr erscheint der Planet wieder am dunklen Mondrand. Da die Bedeckung am Taghimmel stattfindet, wird zur Beobachtung mindestens ein Fernglas benötigt. Bei der Beobachtung ist darauf zu achten, dass man nicht aus Versehen in Richtung Sonne schaut! Diese steht nämlich nur etwa 22 Grad, also etwas mehr als zwei Faustbreiten, links unterhalb von Mond und Venus.

Mars, Jupiter und Saturn

Mars nähert sich auf seiner Bahn um die Sonne der Erde immer mehr. Auch wenn der geringste Abstand erst im Oktober erreicht wird, ist jetzt schon eine deutliche Zunahme seiner Helligkeit zu beobachten. Erscheint er zu Quartalsbeginn noch als eher unscheinbarer Punkt am Nachthimmel, ist er Ende Juni heller als die meisten Sterne. Nur Jupiter und Venus sind dann heller.

Die Marsaufgänge erfolgen ebenfalls immer früher. Geht der Rote Planet am 1. April erst um 4:38 Uhr auf, erscheint er am letzten Junitag schon um 1:03 Uhr über dem Südost-Horizont.

Weiter westlich von Mars stehen zur gleichen Zeit Jupiter und Saturn dicht beieinander. Jupiter fällt durch seine große Helligkeit sofort auf. Links, also östlich, daneben steht Saturn, deutlich lichtschwächer. Während der Ringplanet Anfang April noch etwas heller als Mars ist, drehen sich die Verhältnisse bis Monatsende um. Ab dann ist Mars der Hellere der beiden Planeten.

Die beiden größten Planeten des Sonnensystems, Jupiter und Saturn, durchwandern im Moment den südlichen Teil der Ekliptik. Dadurch stehen sie die gesamte Nacht hindurch nicht besonders hoch am Himmel. Jupiter geht zu Quartalsbeginn um 4:12 Uhr auf. Saturn folgt ihm etwa 20 Minuten später. Am 30. Juni ist der Riesenplanet schon ab 22:15 Uhr zu beobachten. Um 22:32 Uhr erscheint der Ringplanet dann über dem Horizont.

Der Sternenhimmel

Im Frühling und Frühsommer steht das Sternbild der Großen Bärin (Ursa Major) abends besonders hoch am Himmel. Man muss den Kopf schon weit in den Nacken legen, um das Sternbild direkt über einem sehen zu können. Dann ist aber auch schon der Große Wagen gefunden. Er ist der auffälligste Teil im Sternbild der Großen Bärin. Seine vier Kasten- und drei Deichselsterne sind auch aus den lichtverschmutzten Innenstädten heraus meist noch zu erkennen.

Verlängert man den Abstand der hinteren beiden Kastensterne um etwa das Fünffache nach „oben“, stößt man auf einen einzelnen helleren Stern. Dies ist der Polarstern. Er ist der hellste Stern im Kleinen Wagen. Dieser ist ein Teil des Sternbildes der Kleinen Bärin. Zieht man in Gedanken eine Linie senkrecht vom Polarstern hinunter zum Horizont, ist die Nordrichtung gefunden.

Die drei Deichselsterne bilden einen schönen Bogen. Eine Verlängerung dieses Bogens in Richtung Horizont führt einen zum hellen Stern Arktur. Zusammen mit weiteren schwächer leuchtenden Sternen zeichnen sie am Himmel grob die Form eines Kinderdrachens nach, der im Herbstwind steigen gelassen wird. Hierbei nimmt Arktur die Position ein, an der die Schnur angebracht wird. Alle diese Sterne gehören zum Sternbild Bootes, auch Bärenhüter genannt.

Dem Bogen weiter Richtung Horizont folgend, erreicht man den ebenfalls hell leuchtenden Stern Spica im Sternbild Jungfrau. Die restlichen Sterne des Sternbildes leuchten eher schwach. Um sie sehen zu können, wird ein dunkler Beobachtungsort außerhalb der Orte benötigt.

Westlich der Jungfrau steht der Löwe mit dem hell leuchtenden Stern Regulus. Unterhalb dieser beiden Sternbilder windet sich das Sternbild der Wasserschlange. Da alle ihre Sterne nicht besonders hell leuchten und sie in Deutschland nie hoch über den Horizont hinaus steigen, muss es für ihr Auffinden richtig dunkel sein.

Während im Westen mit den Zwillingen und dem Kleinen Hund weitere Wintersternbilder unter den Horizont sinken, tauchen am Osthimmel immer mehr Sommersternbilder auf. Herkules steht nun schon hoch am Himmel. Der Schlangenträger geht erst auf. Tief im Nordosten sind auch schon Wega in der Leier und Deneb im Schwan zu sehen. Der Sommer naht, zumindest astronomisch.

Die nun schon wärmeren Neumondnächte, optimal zum Beobachten, finden am 23.04., am 22.05. und am 21.06. statt. Nachtwanderungen bei Vollmond können am 08.04, am 07.05. und am 05.06. durchgeführt werden.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!