Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
Aktueller Himmel von AstroViewer®

Planetenparade am 25.4.2022
Planetenparade - Jupiter, Venus, Mars, Saturn - und Sichel des abnehmenden Mondes am Morgenhimmel des 25.4. gegen 5:15 Uhr.

Aktuelle Himmelsereignisse

Mond bei Saturn (22.5.)

Mond bei Mars (25.5.)

Mond bei Venus (27.5.)

Mars bei Jupiter (29.5.)

Neumond (30.5.)

Der Sternenhimmel im zweiten Quartal 2022

Das zweite Quartal bevorzugt Frühaufsteher, denn fast alle Planeten stehen zurzeit am Morgenhimmel. Die totale Mondfinsternis am 16. Mai ist in Göttingen, wie auch im Rest von Deutschland, nur zu Beginn zu beobachten.

Totale Mondfinsternis

Am 16. Mai in den frühen Morgenstunden (wieder eher was für Frühaufsteher) ist von Deutschland aus eine totale Mondfinsternis zu beobachten - zumindest der Anfang. Leider geht der Mond mit Beginn der Totalität oder kurz danach unter. Der Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde beginnt um 4:28 Uhr. Komplett im Kernschatten, und damit der Beginn der Totalität, befindet sich der Mond dann um 5:29 Uhr. Leider ist dies auch der Zeitpunkt, zu dem der Mond in Göttingen untergeht.

Auch wenn man den komplett verfinsterten Mond nicht sehen kann, ergeben sich zuvor doch schöne Fotomotive. Der teilverfinsterte Mond kann dann zusammen mit einem Motiv im Vordergrund (Baum, Kirchturm, etc. ) fotografiert werden. Dazu sollte die Kamera auf einem Stativ befestigt werden, oder doch zumindest auf einen festen Untergrund gelegt werden. Nur so können Bilder mit längeren Belichtungszeiten ohne Verwackeln aufgenommen werden.

Planetenparade am Morgenhimmel

Ende April können Venus, Mars, Jupiter und Saturn am Morgenhimmel beobachtet werden. Gegen 5:15 Uhr stehen die vier Planeten wie an einer Perlenkette aufgereiht am Ost- bzw. Südost-Horizont. Da Jupiter nur ganz knapp über dem Osthorizont steht, wird unbedingt eine freie Sicht dorthin benötigt. Etwas höher und rechts von ihm steht die helle Venus. Im dreifachen Jupiter-Venus-Abstand folgt dann der deutlich lichtschwächere Mars. Und noch einmal der gleiche Abstand wird benötigt, um zu Saturn zu gelangen. Dabei steht jeder Planet etwas höher als der vorherige über dem Horizont. Mars und Saturn sind dann etwa gleich hell. Am 25. steht zudem der abnehmende Mond fast direkt unterhalb von Mars.

Schon am 5. April zieht Mars ganz nahe an Saturn vorbei. Der scheinbare Abstand der beiden Planeten ist dann etwas kleiner als ein Vollmonddurchmesser, der etwa ein halbes Grad beträgt. Am 1. Mai zieht dann Venus an Jupiter vorbei. Der scheinbare Abstand beträgt nur einen halben Vollmonddurchmesser! Das Trio komplettiert dann der Vorbeizug von Mars an Jupiter am 29. Mai in einem scheinbaren Abstand von etwa einem Vollmonddurchmesser. Dafür ist allerdings frühes Aufstehen angesagt, denn die Dämmerung setzt früh ein. Gut zu beobachten ist das Planetenduo gegen 4:15 Uhr. Etwa 10 Minuten später ist dann auch Venus aufgegangen. In der Morgendämmerung können dann wieder alle vier Planeten beobachtet werden, wenn auch nur für kurze Zeit. Denn es wird nun rasch heller. Bis zum Quartalsende bleibt es bei diesen Sichtbarkeitsbedingungen der vier Planeten am frühen Morgen.

Merkur am Abendhimmel

Ziemlich einsam wird sich Merkur fühlen. Er ist in diesem Quartal der einzige Planet, der abends zu sehen sein wird - zumindest zeitweise. Der sonnennächste Planet ist am besten zwischen dem 18. und dem 29. April über dem Westhorizont zu sehen. Zu Beginn der Beobachtungsperiode sollte man es zwischen 21:15 Uhr und 21:45 Uhr versuchen, zum Ende hin eher zwischen 21:30 Uhr und 22 Uhr. Da der Planet nie sehr hoch über dem Horizont steht, ist auch hier eine freie Sicht notwendig. Zum Auffinden von Merkur hilft ein Fernglas. Den Rest des Quartals ist der Planet nicht zu sehen.

Der Sternenhimmel

Der Sternenhimmel im Frühjahr zeigt beim Blick in Richtung Süden vier mehr oder weniger bekannte Sternbilder. Da ist der Löwe mit dem hell leuchtenden Stern Regulus. Mit etwas Fantasie kann man in der Anordnung der Sterne einen liegenden Löwen erkennen, der gerade den Kopf angehoben hat.

Links (östlich) vom Löwen steht das Sternbild Jungfrau. In unseren geografischen Breiten steht es nie sehr hoch am Himmel und seine meist schwach leuchtenden Sterne „ertrinken“ häufig am künstlich aufgehellten Nachthimmel. Bis auf einen Stern: Spica. Sie ist so hell, dass sie auch dann noch beobachtet werden kann.

Links oberhalb der Jungfrau ist ein rötlich leuchtender Stern zu sehen. Das ist Arktur, der Hauptstern im Sternbild Bootes. Das Sternbild wird auch Bärenhüter genannt. Arktur ist einer der hellsten Sterne am Nachthimmel. Bei ihm handelt es sich um einen so genannten „Roten Riesen“. Sein Durchmesser ist etwa 28 mal größer als der der Sonne. Allerdings ist er kühler als sie, weshalb er rötlich leuchtet. Die restlichen Sterne leuchten eher schwach, bilden aber etwa die Form eines Kinderdrachens, mit dem man im Herbst zum Drachenfliegen geht.

Über all diesen Sternbildern thront fast direkt über unseren Köpfen das Sternbild der Großen Bärin. Ein Teil von ihr ist auch als Großer Wagen bekannt. Die Sterne des Wagens bilden gleichzeitig den Rumpf und Schwanz der Bärin. Die restlichen Sterne der Bärin leuchten dagegen eher schwach. Um sie zu sehen, muss man raus aus der hell erleuchteten Stadt. Nur weit weg davon ist es dunkel genug, dass auch schwach leuchtende Sterne zu beobachten sind.

Zurück zum Großen Wagen. Er setzt sich aus den vier Kastensternen und den drei Deichselsternen zusammen. Die Deichselsterne formen ein kurzes Stück eines Kreises. Folgt man diesem Kreisbogen, landet man zuerst bei Arktur und dann bei Spica. Nimmt man hingegen den Abstand der hinteren beiden Kastensterne, verfünffacht ihn und zieht damit von diesen beiden Sternen ausgehend eine Linie Richtung Norden, dann führt dies zu einem mittelhell leuchtenden, recht einsam stehenden Stern. Das ist der Polarstern. Von ihm ein Lot zum Horizont gefällt zeigt (fast) den genauen Nordpunkt an. Der Polarstern gehört zum Sternbild der Kleinen Bärin. Er ist auch einer der Sterne des Kleinen Wagens.

Im Osten sind nun schon die ersten Sternbilder des Sommerhimmels aufgegangen. Der hellste Stern dort ist Wega im Sternbild Leier. Der andere hell leuchtende Stern ist Deneb im Sternbild Schwan. Schon etwas höher über dem Horizont, zwischen Leier und Bootes, findet sich das Sternbild Herkules. Leider wird es nur aus schwach leuchtenden Sternen gebildet. Allerdings kann man in ihm schon mit einem Fernglas den Kugelsternhaufen M13 sehr leicht beobachten. In diesem Haufen stehen Millionen Sterne dicht gedrängt beieinander. Auch wenn im Fernglas keine Einzelsterne aufgelöst werden können, ist der Haufen als diffuser Nebelfleck zu erkennen. Allerdings sollten auch hierbei keine künstlichen Lichtquellen des Nachthimmel aufhellen.

Die dunklen Neumondnächte sind am 1.4., am 20.4., am 30.5. und am 29.6. Vollmond ist am 16.4., am 16.5. und am 14.6.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!