Aktuelle Himmelsereignisse
Mars bei Uranus (Fernglas) (04.07.)
Erde im Aphel/in Erdferne (06.07.)
Neumond (14.07.)
Der Sternenhimmel im dritten Quartal 2026
Das dritte Quartal wird aus astronomischer Sicht spannend. Es finden eine in Deutschland sichtbare partielle Sonnenfinsternis, eine partielle Mondfinsternis und eine Venusbedeckung durch den Mond statt. Auch Merkur gibt am Morgenhimmel ein Gastspiel.
Partielle Sonnenfinsternis
Kurz vor Sonnenuntergang am 12. August kann in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis beobachtet werden. Sie beginnt in Göttingen um 19:17 Uhr und erreicht ihre maximale Phase um 20:11 Uhr. Dann werden 87% der Sonnenscheibe durch den Mond bedeckt. Das Ende der Finsternis kann nicht beobachtet werden, da der Mond schon vorher (20:49 Uhr) untergeht.
Die Sonnenfinsternis ist total in einem Streifen, der sich von der Arktis über die Westspitze Islands bis nach Spanien erstreckt. In Spanien beträgt die Totalitätsdauer allerdings weniger als zwei Minuten. Der Totalitätsbereich endet im Mittelmeer, knapp östlich der Balearen.
Zur Beobachtung der Sonnenfinsternis werden unbedingt zwei Dinge benötigt: eine freie Sicht zum Nordwest-Horizont und eine Sonnenfinsternisbrille. Auch wenn die Sonne zu Beginn der Finsternis schon sehr tief steht, darf nicht ohne entsprechenden Augenschutz beobachtet werden. Normale Sonnenbrillen reichen nicht aus. Schützen Sie Ihre Augen! Bei Verwendung eines Fernglases muss ein entsprechender Sonnenschutz (z. B. Sonnenfinsternisfolie) unbedingt vorne(!) am Lichteintritt angebracht werden. Nie mit einer Sonnenfinsternisbrille durch ein Fernglas schauen! Die Brille wird dabei zerstört und die Augen geschädigt.
Partielle Mondfinsternis
Etwa zwei Wochen später beim nächsten Vollmond findet eine partielle Mondfinsternis statt. Allerdings ist sie nur etwas für Frühaufsteher. Der Eintritt in den Kernschatten beginnt am 28. August nämlich schon um 4:34 Uhr. Die Mitte der Finsternis wird um 6:13 Uhr erreicht. Der Mond befindet sich dann zu 93,5% im Kernschatten der Erde. Der Austritt aus dem Kernschatten um 7:52 Uhr kann nicht verfolgt werden, da der Mond schon um 6:33 Uhr untergehen wird. Wie schon bei der Sonnenfinsternis braucht man auch hier eine freie Sicht zum Horizont, allerdings zum Südwest-Horizont.
Merkur am Morgenhimmel
Anfang August kann Merkur am Morgenhimmel beobachtet werden. Ab dem 4. kann versucht werden, den sonnennächsten Planeten knapp über dem Nordost-Horizont aufzufinden. Starten sollte man damit gegen 4:45 Uhr. Etwa 30 Minuten bleiben zur Beobachtung bevor es zu hell ist. Bis zum 11. kann die Beobachtung fortgesetzt werden. Dabei verschiebt sich der Zeitraum zum Ende hin auf etwa 5 Uhr bis 5:30 Uhr. Auch hier gilt: Eine freie Horizontsicht ist unbedingt notwendig. Zum Auffinden sollte ein Fernglas benutzt werden. Die restliche Zeit des Quartals ist Merkur nicht zu sehen.
Mond bedeckt Venus am Taghimmel
Die Beobachtungszeit für Venus nähert sich in diesem Quartal ihrem Ende. War sie im Frühjahr als strahlender Abendstern sichtbar, geht sie nun immer früher unter. Am 1. Juli geht Venus um 23:41 Uhr unter, am 1. August schon um 22:32 Uhr. Am ersten Septembertag kann sie noch bis gegen 21 Uhr verfolgt werden. Zu Monatsende geht sie schon kurz nach Sonnenuntergang unter. Sie wird damit für das bloße Auge unsichtbar.
Mit einem größeren Fernglas oder einem Teleskop kann am 14. September am Taghimmel die Bedeckung der Venus durch den Mond verfolgt werden. Das Ereignis beginnt um 11:33 Uhr und der Austritt erfolgt um 12:40 Uhr. Die Beobachtung ist allerdings anspruchsvoll, da zum einen der Mond nur etwa drei Tage nach Neumond nicht mehr als eine schmale Sichel ist. Zum anderen geht der Mond am 14. erst gegen 11 Uhr im Südosten auf. Wie schon zuvor: Eine freie Horizontsicht ist auch hier von großem Vorteil.
Mars, Jupiter und Saturn
Nach langer Wartezeit kann Mars ab Anfang Juli wieder am Morgenhimmel beobachtet werden. Am Monatsersten geht der Rote Planet um kurz vor 3 Uhr im Osten auf. Am 1. August erscheint er schon gegen 2 Uhr über dem Horizont. Zu Quartalsende am 30. September ist Mars schon ab etwa 1 Uhr zu beobachten. Ein schöner Anblick ergibt sich in der Nacht vom 18. auf den 19. September. Dann steht Mars etwas unterhalb der beiden fast gleich hellen Sterne Kastor und Pollux in den Zwillingen. Da Mars dann eine ähnliche Helligkeit hat, bilden alle drei Gestirne eine auffällige Linie.
Jupiter kann erst ab der zweiten Augusthälfte beobachtet werden, dann am Morgenhimmel. Zu Monatsmitte geht der Riesenplanet um 5 Uhr auf, zu Monatsende schon um 4:16 Uhr. Ende September ist schon kurz vor 3 Uhr morgens Jupiteraufgang. Mit etwas Glück und einem Fernglas kann die enge Begegnung von Jupiter und Merkur am 15. August beobachtet werden. Beide Planeten stehen dann scheinbar weniger als zwei Vollmonddurchmesser voneinander entfernt. Um das Schauspiel zu verfolgen, braucht es wieder einmal eine freie Horizontsicht, dieses Mal zum Ostnordost-Horizont. Beobachtungszeit ist gegen 5:30 Uhr.
Saturn geht immer früher auf und ist zu Quartalsbeginn schon fast die gesamte zweite Nachthälfte zu beobachten. Aufgang ist am 1. Juli gegen halb zwei Uhr morgens. Am 1. August ist er schon kurz nach 23 Uhr zu sehen. Ende September ist der Ringplanet schon die gesamte Nacht hindurch zu beobachten. Er geht am 30. um 19:22 Uhr auf.
Meteorstrom der Perseiden
Mitte August scheinen aus dem Sternbild Perseus sehr viele Sternschnuppen zu kommen. Dies ist allerdings nur ein perspektivischer Effekt. Im Winter kann Ähnliches bei einer Autofahrt bei Schneefall beobachtet werden. Die Schneeflocken scheinen alle von einem Punkt vor dem Auto herzukommen, was ja nicht der Fall ist, wie wir feststellen, wenn wir aussteigen. Auch die winzig kleinen Staubteilchen, die für die Sternschnuppen verantwortlich sind, kommen also nur scheinbar alle aus dem Perseus. Da sie nun aber mal alle aus diesem Sternbild zu kommen scheinen, hat man dem Sternschnuppenstrom den Namen Perseiden gegeben.
Das Maximum erreichen die Perseiden in der Nacht vom 12. auf den 13. August. Dann können pro Stunde 50 und mehr Sternschnuppen beobachtet werden. Dabei sind morgens mehr Sternschnuppen zu sehen als abends. Auch in den Tagen davor und danach ist mit erhöhter Sternschnuppentätigkeit zu rechnen. Je dunkler die Umgebung, desto mehr Sternschnuppen sind zu beobachten. Auch stört in diesem Jahr der Mond nicht, da ja am 12. Neumond ist (Tag der Sonnenfinsternis!).
Der Sternenhimmel
Das Sommerdreieck, aus drei hellen Sternen bestehend, fällt in den warmen Sommernächten auch den astronomisch interessierten Laien auf. Es steht am späten Abend hoch im Süden. Doch es ist kein Sternbild, sondern setzt sich aus Sternen verschiedener Sternbilder zusammen. Die Spitze des Dreiecks, die zum Horizont zeigt, wird durch den Stern Atair repräsentiert. Er ist der hellste Stern im Sternbild Adler. Die Ecke oben links wird durch Deneb im Schwan gefüllt. Und in der dritten Ecke steht Wega in der Leier.
Abseits der lichtverschmutzten Städte erkennt man ein diffuses Band, welches sich durch alle drei Sternbilder zieht. Das ist die Milchstraße, unsere Galaxie. Unterhalb vom Adler, knapp über dem Südhorizont, steht jetzt das Sternbild Schütze. Dort befindet sich das Zentrum unserer Galaxie. Das diffuse Band ist dort auch am hellsten, wenn das auch in Deutschland aufgrund der dunstigen, horizontnahen Luftschichten und der Lichtverschmutzung nicht zu erkennen ist. Ein Urlaub am Mittelmeer oder noch weiter südlich vermittelt aber einen phantastischen Eindruck vom Zentrum unserer Galaxie.
Vom Schützen aufsteigend über das Sommerdreieck zieht sich das Band der Milchstraße weiter durch die Sternbilder Kepheus, Kassiopeia (das Himmels-W) und Perseus zum Nordost-Horizont. Um aber den Anblick der Milchstraße genießen und ihre helleren und dunkleren Bereiche ausmachen zu können, muss der Nachthimmel allerdings richtig dunkel sein. Dies gelingt in Deutschland und Europa aufgrund der immer weiter zunehmenden Lichtverschmutzung immer seltener.
Über dem Westhorizont verabschieden sich die Frühlingssternbilder. Hier fällt ein rötlich leuchtender Stern auf. Es ist Arktur im Bootes. Der Große Wagen im Sternbild der Großen Bärin steht nun tief über dem Nordwest-Horizont.
Im Osten sind schon die ersten Herbststernbilder aufgegangen. Auffällig ist ein großes Viereck aus nicht ganz so hell leuchtenden Sternen. Es gehört zum Sternbild Pegasus, dem geflügelten Pferd aus der griechischen Sagenwelt. An das Viereck schließt sich oben links eine Kette von drei etwa gleich hellen Sternen an. Diese gehören zum Sternbild Andromeda. Noch nördlicher und noch horizontnäher schließt sich der Perseus an.
Vollmond ist am 29.07., am 28.08. und am 26.09. Die dunklen Neumondnächte finden am 14.07., am 12.08. und am 11.09. statt.
Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!
