Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
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Aktuelle Himmelsereignisse

Neumond (4.11.)

Uranus in Opposition (5.11.)

Mond bei Venus (8.11.)

Der Sternenhimmel im vierten Quartal 2021

Merkur gibt ein Gastspiel am Morgenhimmel, Uranus und Ceres stehen in Opposition und sind Fernglas-Objekte und mit den Geminiden folgt der dritte große Sternschnuppenstrom des Jahres.

Merkur am Morgenhimmel

Von Ende Oktober bis Anfang November ist Merkur am Morgenhimmel zu beobachten. Ab dem 20. Oktober kann versucht werden, den sonnennächsten Planeten im Horizontdunst über dem Osthorizont aufzufinden. Ab etwa 6:30 Uhr MESZ kann Merkur für knapp 30 Minuten beobachtet werden, bevor es zu hell wird. Dazu sollte ein Fernglas verwendet werden. In den Folgetagen verschiebt sich der Beobachtungsbeginn täglich um einige Minuten nach vorne. Am 4. November beginnt die Beobachtungszeit erst gegen 6 Uhr MEZ. Dies dürfte auch mit der letzte Tag sein, um den Planeten zu beobachten. Den Rest des Quartals kann Merkur nicht gesehen werden.

Venus am Abendhimmel

Venus kann das gesamte Quartal über am Abendhimmel beobachtet werden. Allerdings wirkt sie dabei recht unscheinbar, da sie nie sehr hoch über dem Horizont steht. Die horizontnahen Luftschichten dämpfen ihr sonst so strahlendes Licht deutlich. Während Venus zu Sommeranfang noch tief über dem Nordwest-Horizont zu finden war, steht sie mittlerweile im Südwesten. Im Laufe des Quartals wird die Zeit zum Beobachten immer kürzer. Geht sie am 1. Oktober noch um 20:16 Uhr MESZ unter, ist sie zu Silvester schon um 17:48 Uhr MEZ unter dem Horizont verschwunden.

Jupiter und Saturn

Die beiden größten Planeten des Sonnensystems, Jupiter und Saturn, können bis zum Jahreswechsel am Abendhimmel beobachtet werden. Sie stehen am frühen Abend nicht allzu hoch über dem Süd- bis Südwest-Horizont. Beide Planeten wandern durch das Sternbild Steinbock. Dieses Sternbild setzt sich aus nur schwach leuchtenden Sternen zusammen. Deshalb fallen beide Planeten aufgrund ihrer großen Helligkeit sofort auf. Schon mit einem Fernglas können die vier größten Monde des Jupiters Io, Europa, Ganymed und Kallisto bei ihrer täglichen Wanderung um den Planeten verfolgt werden. Im Dezember sollte die Beobachtung gleich nach dem Dunkelwerden beginnen, da Saturn am 1. um 20:52 Uhr und am 31. schon um 19:10 Uhr untergeht. Jupiter folgt ihm jeweils etwa 1,5 Stunden später.

Uranus, Ceres und Mars

Der Planet Uranus und der Zwergplanet Ceres (1) stehen im November in Opposition zur Sonne. D. h., der Himmelskörper, die Erde und die Sonne stehen in einer Reihe. Damit ist der Himmelskörper die gesamte Nacht hindurch zu beobachten. Auch steht er nun der Erde am nächsten. Während dies bei der großen Entfernung zu Uranus nicht ins Gewicht fällt, ist es bei der Ceres anders. Sie ist nun deutlich heller und kann schon im Fernglas gesehen werden. Allerdings bleibt sie, wie auch Uranus, nur ein Lichtpunkt. Erst Teleskope lassen die Lichtpunkte zu Scheibchen anwachsen. Obwohl Uranus mit einer Helligkeit von 5,6 Magnituden theoretisch mit dem bloßen Auge zu sehen sein sollte, ist unser Himmel meist zu stark durch künstliche Lichtquellen aufgehellt, um den Planeten ohne Fernglas sehen zu können.

Uranus steht am 5.11. im Sternbild Widder in Opposition, die Ceres (1) am 27. im Sternbild Stier. Die eingeklammerte Zahl hinter dem Namen Ceres besagt, dass sie der erste Kleinplanet war, den man entdeckt hat. Dies geschah am 1.1.1801 durch den Italiener Giuseppe Piazzi (1746-1826).

Und Mars? Leider bleibt der Rote Planet das gesamte Quartal unbeobachtbar. Er wandert mit der Sonne über den Taghimmel. Erst in der zweiten Dezemberhälfte können Experten versuchen, den Planeten am Morgenhimmel mit dem Fernglas zu finden. Ab kurz nach 6:30 Uhr steht er knapp über dem Südost-Horizont. Am 26.12. wandert der Mars fünf Grad nördlich an Antares im Sternbild Skorpion vorbei. Dabei ist der Stern heller als der Planet! Der Sternenname Antares stammt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie „Gegenmars“. Das hat er seiner rötlichen Farbe zu verdanken, in der er leuchtet.

Geminiden

Neben den Quadrantiden Anfang Januar und den Perseiden im August sind die Geminiden der dritte große Meteorstrom des Jahres. Jedes Jahr in der ersten Dezemberhälfte können sie beobachtet werden. Die meisten Sternschnuppen sind dabei in der Nacht vom 13. auf den 14. zu sehen. Dabei sind morgens mehr Sternschnuppen als abends zu sehen. An einem Ort ohne störende künstliche Lichtquellen können dann 70 und mehr Sternschnuppen pro Stunde gesehen werden. Da man schnell Schmerzen im Genick bekommt, wenn man im Stehen nach Sternschnuppen Ausschau hält, ist die Benutzung eines Liegestuhls die bessere Alternative - und warme Kleidung darf nicht fehlen.

Der Sternenhimmel

Jetzt im Spätherbst steht abends hoch über dem Südhorizont ein großes Viereck aus nicht ganz so hell leuchtenden Sternen. Dabei handelt es sich um einen Teil des Sternbildes Pegasus, dem fliegenden Pferd aus der griechischen Sagenwelt. Allerdings sind am Himmel nur der Rumpf (das Viereck) und der Kopf dargestellt.

Zudem müssen wir vom Viereck, welches auch Herbst-Viereck genannt wird, die obere linke Ecke dem Pegasus wegnehmen. Dieser Stern gehört schon zum Sternbild Andromeda. Zusammen mit anderen, ähnlich hell leuchtenden Sternen zieht sich das Sternbild nach Osten (links). An diese Sternenkette schließt sich das Sternbild Perseus an. Es hat ganz grob die Form des Buchstaben C. Direkt oberhalb der Andromeda steht das Himmels-W. Die Sterne, die den Buchstaben W bilden, gehören zum Sternbild Kassiopeia. Und unterhalb der Andromeda stehen die beiden kleinen Sternbilder Dreieck und Widder.

Im Dreieck und in der Andromeda sind schon mit einem Fernglas jeweils eine weit entfernte Galaxie zu sehen. Fernab der Städte unter einem dunklen Himmel kann die Andromeda-Galaxie sogar schon mit dem bloßen Auge beobachtet werden. Kein anderes Objekt am gesamten Himmel, das wir mit dem bloßen Auge sehen können, ist weiter entfernt. Das Licht von Sternen der Andromeda-Galaxie war etwa 2,5 Millionen Jahre unterwegs, bevor es auf der Erde eintraf!

Im Westen steigen die Sommersternbilder Leier, Schwan und Adler immer mehr zum Horizont hinab. Ihre drei hellsten Sterne Wega, Deneb und Atair bilden das so genannte Sommerdreieck.

Im Osten hingegen sind die ersten Wintersternbilder aufgegangen. Das Sternenfünfeck des Fuhrmanns mit dem hell leuchtenden Stern Kapella steht schon recht hoch. Darunter folgen der Stier und der Orion mit seiner bekannten Dreierkette aus fast gleich hellen Sternen. Über dem Nordost-Horizont stehen die Zwillinge mit den beiden hell leuchtenden Sternen Kastor und Pollux. Die Große Bärin und mit ihr der Große Wagen stehen im Herbst abends tief über dem Nordhorizont. Etwa auf halbem Weg zwischen Großem Wagen und der Kassiopeia liegt der Polarstern und mit ihm der Kleine Wagen (Kleine Bärin).

Die dunklen Neumondnächte sind am 6.10., am 4.11. und am 4.12. Vollmond ist am 20.10., am 19.11. und am 19.12.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!