Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
Aktueller Himmel von AstroViewer®

Aktuelle Himmelsereignisse

Neumond (6.10.)

Mond bei Venus (9.10.)

Der Sternenhimmel im dritten Quartal 2021

In diesem Sommer: Jupiter und Saturn kommen groß raus. Für Venus bleibt nur eine Nebenrolle.

Jupiter und Saturn

Dieser Sommer steht ganz im Zeichen der beiden größten Planeten im Sonnensystem. Sowohl der größte Planet Jupiter als auch der Ringplanet Saturn sind im dritten Quartal - mehr oder weniger - immer die gesamte Nacht hindurch zu beobachten. Zwar geht Jupiter am 1. Juli erst kurz vor Mitternacht auf, doch schon am 1. August überquert er den Horizont um 21:44 Uhr. Ende August ist er schon in der Abenddämmerung tief über dem Südwest-Horizont zu sehen. Ähnlich verhält es sich mit Saturn. Am 1. Juli geht er um 23:05 Uhr auf, am 1. August schon um 20:56 Uhr. Im September steht er dann, wenn es dunkel geworden ist, ebenfalls über dem Südost-Horizont.

Da Saturn deutlich weniger hell leuchtet als Jupiter, kann der Riesenplanet als Aufsuchhilfe dienen. Im Sommer sind beide Planeten am Himmel etwa 18 Grad voneinander entfernt. Dabei steht Jupiter östlich (also links) von Saturn. Wenn man bei ausgestrecktem Arm den kleinen Finger und den Daumen von der Faust abspreizt, entspricht der Abstand zwischen kleinem Finger und Daumen etwa 20 Grad. Damit ist es möglich, grob abzuschätzen, wo sich Saturn am Himmel befinden muss, wenn man mit dem kleinen Finger / Daumen Jupiter abdeckt.

Sowohl Saturn (am 2.) als auch Jupiter (am 20.) stehen im August in Opposition zur Sonne. Dies bedeutet, dass Sonne, Erde und Planet in einer Reihe stehen. Für uns auf der Erde bringt dies den Vorteil mit sich, dass die Planeten die gesamte Nacht am Himmel stehen. Außerdem ist der Abstand zwischen Erde und Planet nun am geringsten. Wenn dies bei Jupiter und Saturn auch nicht so ins Gewicht fällt wie bei Mars, ist dieser Umstand für Fernrohr-Beobachter doch hilfreich.

Schon in einem Fernglas sind die vier größten Monde des Jupiter zu beobachten. Aufgrund ihrer kurzen Umlaufzeiten kann schon im Laufe einer Nacht die Bewegung der Monde untereinander verfolgt werden. Dabei hat es Io mit einer Umlaufdauer von nur 1,77 Tagen ganz besonders eilig. Danach folgen Europa mit 3,55 Tagen, Ganymed mit 7,16 Tagen und weiter draußen Kallisto mit 16,69 Tagen. Im Vergleich dazu ist unser Erdmond mit seinen 27,32 Tagen ein langsamer Geselle.

Um das Ringsystem und die größten Monde des Saturn zu beobachten, ist schon ein kleines Teleskop notwendig. Dann kann jedoch auch dort der Tanz der Monde um den Planeten verfolgt werden. Tethys mit einer Umlaufdauer von 1,89 Tagen braucht nur unwesentlich länger als Io, um seinen jeweiligen Planeten zu umkreisen. Dione schafft den Umlauf in 2,74 Tagen, Rhea in 4,52 Tagen und Titan in 15,95 Tagen. Weit draußen benötigt Iapetus ganze 79,33 Tage um einmal um Saturn zu kreisen. Dies sind die fünf größten Monde des Ringplaneten.

Merkur, Mars und Venus

Zwei dieser zuvor genannten Monde, nämlich Ganymed mit einem Durchmesser von 5262 km und Titan mit 5150 km, sind zudem noch größer als der Planet Merkur. Dieser bringt es nur auf einen Durchmesser von 4879 km. Leider ist im dritten Quartal kein „Vergleich“ von Merkur mit den beiden Monden möglich. Der sonnennächste Planet hält sich, von der Erde aus gesehen, immer zu nahe an der Sonne auf. Der Himmel ist immer zu hell, um den Planeten beobachten zu können.

Da auch Mars in diesem Sommer mit der Sonne über den Taghimmel wandert, bleibt als letzter mit bloßem Auge sichtbarer Planet noch Venus übrig. Leider ist sie im Sommer alles andere als in Topform. Die „strahlend helle“ Venus wird es erst einmal nicht geben. Das liegt daran, dass sie die ganze Zeit immer sehr tief über dem Westhorizont stehen wird. Die Dunstschichten der irdischen Atmosphäre dämpfen in dieser Höhe das Licht der Venus leider deutlich. Für ein schönes Foto mit Landschaft, Bäumen oder Gebäuden im Vordergrund sollte es dennoch reichen.

Perseiden

Wie in jedem Jahr, so können auch in diesem im August wieder viele Sternschnuppen beobachtet werden. Schon ab Ende Juli bis weit in den August hinein, sind vermehrt Sternschnuppen zu sehen. Die meisten gibt es in den Nächten vom 11./12. und 12./13. August. Nach Mitternacht können dann bestenfalls etwa 50 bis 60 Sternschnuppen pro Stunde verfolgt werden. Da der Mond vor Mitternacht untergeht, stört höchstens künstliche Beleuchtung, wie z. B. Straßenlampen die Beobachtung. Es ist deshalb ratsam, einen Ort aufzusuchen, an dem keine künstliche Beleuchtung stört. Es ist ganz einfach: je mehr Licht, desto weniger Sternschnuppen!

Die meisten Sternschnuppen, die man im August am Nachthimmel sieht, gehören zu einer großen Staubwolke, die die Erde dann durchquert. Die Staubteilchen selbst stammen vom Kometen 109P/Swift-Tuttle. Jedes Mal wenn der Komet in Sonnennähe steht, erwärmt er sich und Gase entweichen. Diese reißen Staubteilchen mit sich, die sich dann entlang seiner Bahn immer weiter verteilen. Die Staubwolken driften über die Zeit zum einen immer mehr aus der ursprünglichen Kometenbahn heraus, zum anderen werden die Wolken immer größer. Irgendwann erreichen sie die Bahn der Erde und wir können Sternschnuppen beobachten.

Wenn die Erde durch die Staubwolke hindurchwandert, hat es für uns am Erdboden den Anschein, als ob alle Sternschnuppen aus einem kleinen Bereich des Himmels kommen würden. Das ist aber nur scheinbar so. Der gleiche Effekt tritt auf, wenn man mit dem Auto durch einen Schneeschauer fährt. Die meisten Schneeflocken scheinen von einem Punkt vor dem Auto herzukommen. Im Falle der im August sichtbaren Sternschnuppen liegt dieser Punkt am 12. August im Sternbild Perseus. Deshalb der Name „Perseiden“ für diesen Sternschnuppenstrom.

Der Sternenhimmel

Wer jetzt nachts die Sterne beobachtet, sollte als Erstes mit dem Fernglas nach Süden schauen. Dort, nicht allzu weit über dem Horizont, schaut man in den Zentralbereich unserer Galaxie. Neben vielen Sternen sind dort auch weitere interessante Objekte zu beobachten: Kugelsternhaufen wie M4 im Skorpion oder M28 im Schützen, offene Sternhaufen wie M6 oder M7 im Skorpion oder Gasnebel wie M8 oder M20 im Schützen.

Oberhalb vom Schützen zieht sich die Milchstraße, wie unsere Galaxie genannt wird, weiter durch die Sternbilder Adler und Schwan. Danach sinkt sie durch die Sternbilder Kepheus, Kassiopeia und Perseus zum Nordost-Horizont hinab. Der Schwan steht nun direkt über uns, also im Zenit. Sein hellster Stern, Deneb, leuchtet nur etwas schwächer als der etwas westlicher stehende helle Stern Wega im Sternbild Leier. Zusammen mit Atair im Adler bilden die drei Sterne das sogenannte Sommerdreieck.

Über dem Westhorizont verabschiedet sich das Sternbild Bootes, auch Bärenhüter genannt, mit seinem rötlich leuchtenden Stern Arktur. Schon fast im Norden und nur noch knapp über dem Horizont steht das Sternbild der Großen Bärin mit dem Großen Wagen.

Im Südosten sind im Sternbild Steinbock Jupiter und Saturn zu beobachten. Das Sternbild selbst wird nur durch schwach leuchtende Sterne gebildet. Es kann nur abseits der Städte gesehen werden. Im Osten steht nun schon das so genannte Herbstviereck, welches Teil des Sternbilds Pegasus ist. An der oberen östlichen Ecke schließt sich eine Sternenkette an. Diese gehört zum Sternbild Andromeda. Dort ist auch die Andromeda-Galaxie zu finden. Im Herbst, wenn das Sternbild abends höher am Himmel steht, kann sie bei sehr klarem und dunklem Himmel mit bloßem Auge gesehen werden.

Die dunklen Neumondnächte sind am 10.7., am 8.8. und am 7.9. Vollmond ist am 24.7., am 22.8. und am 21.9.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!