Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
Aktueller Himmel von AstroViewer®

Aktuelle Himmelsereignisse

Neumond (11.5.)

Mond bei Venus (12.5.)

Mond bei Merkur (13.5.)

Mond bei Mars (15.5.)

Der Sternenhimmel im zweiten Quartal 2021

Nach langer Zeit kann im Juni wieder eine teilweise verfinsterte Sonne von Deutschland aus beobachtet werden. Zudem gibt Merkur ein Stelldichein am Abendhimmel und Jupiter sowie Saturn werden wieder interessante Beobachtungsobjekte.

Partielle Sonnenfinsternis

In der Mittagszeit des 10. Juni kann von ganz Deutschland aus die partielle Sonnenfinsternis beobachtet werden. Leider fällt sie recht bescheiden aus. In Göttingen werden nur 13,3 Prozent der Sonnenscheibenfläche vom Mond bedeckt. Die Finsternis beginnt um 11:29 Uhr. Sie erreicht ihr Maximum um 12:31 Uhr und endet um 13:35 Uhr. Dabei bewegt sich der Mond über den oberen (nördlicheren) Teil der Sonnenscheibe hinweg.

Bei dieser Finsternis, die in Deutschland nur partiell ist, handelt es sich um eine ringförmige Sonnenfinsternis. Dabei wird nicht die komplette Sonnenscheibe vom Mond bedeckt, sondern es bleibt ein schmaler Ring der Sonnenscheibe zu sehen. Die Finsternis ist am besten von Nordgrönland und der Arktis aus zu sehen.

Zur Beobachtung des Himmelsereignisses braucht es kein Fernglas und auch kein Teleskop. Was aber auf jeden Fall benötigt wird, ist ein Sonnenschutz, z. B. in Form einer Sonnenfinsternisbrille. Denn: \textbf{Niemals direkt und ungeschützt in die Sonnen sehen! Schwere Augenschäden bis zur Erblindung können die Folge sein! Eine Sonnenbrille reicht nicht aus!} Soll ein Fernglas oder ein Teleskop zum Einsatz kommen, muss auch hier - und zwar vor dem Lichteinlass - ein Sonnenschutz angebracht werden.

Merkur am Abendhimmel

Im Mai kann Merkur über etwa 10 Tage hinweg am Abendhimmel tief über dem Nordwest-Horizont beobachtet werden. Eine freie Horizontsicht ist unbedingt nötig. Am 6. des Monats kann der sonnennächste Planet ab etwa 21:30 Uhr aufgesucht werden. Nach 22:15 Uhr ist er dann im Horizontdunst verschwunden. In den folgenden Tagen sollte mit dem Beobachten immer ein paar Minuten später begonnen werden. Am 17. lohnt es erst ab etwa 22 Uhr mit der Suche zu beginnen. An diesem Tag ist gegen 22:30 Uhr dann auch schon wieder Schluss mit der Beobachtung. Nach dem 17. wird es schnell schwieriger, Merkur in der Dämmerung zu finden.

Die anderen Planeten

Venus ist in diesem Quartal erst ab Ende Mai am Abendhimmel zu sehen. Allerdings steht sie in der Dämmerung schon tief über dem Nordwest-Horizont und leuchtet nicht besonders auffällig.

Am 29. Mai kommt es zu einer engen Begegnung von Venus mit Merkur. Der scheinbare Abstand beträgt dann nur etwas mehr als einen Vollmonddurchmesser. Die Begegnung kann aber nur mit guten Ferngläsern oder Teleskopen beobachtet werden, da Merkur dann nur noch sehr schwach leuchtet.

Venus geht am letzten Maitag um 22:48 Uhr unter. Am letzten Junitag hat sich daran nicht viel geändert. Ihr Untergang findet dann um 23:04 Uhr statt.

Mars hat seine beste Zeit hinter sich. Der hell und rötlich leuchtende Planet vom letzten Jahr erscheint nun deutlich lichtschwächer. Seine Untergänge finden immer früher statt. Geht er am 1. April noch um 1:56 Uhr unter, verschwindet er am 30. Juni schon um 23:20 Uhr unter dem Horizont. Dies ist kurz nach Ende der Dämmerung, womit Mars vom Beobachtungsplan zu streichen wäre.

Die Sichtbarkeit von Jupiter und Saturn hingegen wird immer besser. Geht der Riesenplanet zu Beginn des Quartals erst um 5:32 Uhr auf (Saturn um 5:03 Uhr), erscheint er am 1. Mai schon um 3:45 Uhr (Saturn um 3:10 Uhr) über dem Horizont. Ende Juni kann Jupiter dann schon ab 1:50 Uhr und Saturn sogar schon ab 1:10 Uhr beobachtet werden. Auch wenn die Beobachtung erst spät beginnen kann, muss dies kein Nachteil sein. Da später in der Nacht Gebäude und Erdboden deutlicher abgekühlt sind als am Abend, ist häufig die Luftunruhe dann geringer und damit die Beobachtung besser.

Der Sternenhimmel

Der Sternenhimmel im Frühjahr ist geprägt durch Sternbilder, die sich zumeist aus schwach leuchtenden Sternen zusammensetzen. Doch keine Regel ohne Ausnahme. Mit Regulus, Arktur und Spica gibt es auch einige helle Sterne zu sehen.

Regulus, der hellste Stern im Sternbild Löwe, hat am späteren Abend schon den Meridian überschritten und steht im Südwesten. Der Meridian ist die scheinbare Linie, die vom Südpunkt über den Zenit und den Nordpunkt zum Nadir gezogen wird. Quert ein Gestirn diese Linie hat es seinen höchsten Punkt (im Süden) bzw. seinen tiefsten Punkt (im Norden) bei seinem täglichen scheinbaren Umlauf erreicht.

Direkt über dem Löwen steht die Große Bärin. Die sieben hellsten Sterne dieses Sternbildes bilden zusammen den Großen Wagen. Er steht jetzt abends im Zenitbereich. Die drei Deichselsterne des Großen Wagens bilden einen Kreisbogen. Verfolgt man ihn weiter in Richtung Horizont, so trifft man auf Arktur. Er ist am abendlichen Sternenhimmel im Moment einer der hellsten Sterne. Seine leicht rötliche Farbe fällt dabei auf. Arktur gehört zum Sternbild Bootes, auch Bärenhüter genannt.

Folgt man dem Kreisbogen weiter, landet man bei einem weiß-blau leuchtenden Stern, der Spica. Sie gehört zum Sternbild Jungfrau. In diesem und in dem Sternbild Haar der Berenike sind besonders viele Galaxien mit dem Teleskop zu beobachten. Grund dafür ist, dass hier der Blick senkrecht zur Scheibe unserer eigenen Galaxie hinausgeht. Dadurch stören deutlich geringere Mengen an Staub und Gas die Beobachtung, ganz anders als beim Blick ins Zentrum unserer Galaxie.

Bei einer freien Horizontsicht und guten Wetterbedingungen können abseits der Lichtverschmutzung der Städte unterhalb von Jungfrau und Löwe die Sternbilder Rabe, Becher und Wasserschlange beobachtet werden. Am Leichtesten dürfte es dabei noch sein, den Raben zu finden. Seine vier hellsten Sterne bilden grob ein Viereck. Auch der Kopf der Wasserschlange fällt noch auf. Hier stehen mehrere helle Sterne dicht beieinander.

Während im Westen mit dem Fuhrmann und den Zwillingen die letzten Wintersternbilder untergehen, sind im Osten schon die ersten Sommersternbilder zu sehen. Auffällig sind dabei besonders die beiden hellen Sterne Wega in der Leier und Deneb im Schwan. Während der Herkules schon eine ordentliche Höhe über dem Osthorizont erreicht hat, sind die Beine des Schlangenträgers noch unter dem Horizont verschwunden. Beide Sternbilder setzen sich aus nur schwach leuchtenden Sternen zusammen und brauchen zum Auffinden ebenfalls einen dunklen Beobachtungsort.

Tief im Norden ist jetzt die Kassiopeia zu finden. Dieses Sternbild fällt leicht auf, da seine Sterne wie der Buchstabe „W“ verteilt sind. Es wird deshalb auch gerne „Himmels-W“ genannt. Zwischen der Kassiopeia und dem Großen Wagen steht auf etwa halber Höhe der Polarstern. Er gehört zum Sternbild der Kleinen Bärin bzw. ist Teil des Kleinen Wagens. Zieht man vom Polarstern eine Linie hinunter zum Horizont, dann ist damit die Nordrichtung bekannt.

Gut zum Beobachten sind die dunklen Neumondnächte am 12.4., am 11.5. und am 10.6. Wer bei Vollmond eine Nachtwanderung machen will, sollte sich den 27.4., den 26.5. bzw. den 24.6. im Kalender vormerken.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!